Eignungsauswahlverfahren beim Zoll
Zoll-ABC
Wenn du dich beim Zoll für eine Ausbildung, ein duales Studium oder eine besondere Verwendung bewirbst, musst du zeigen, dass du für die angestrebte Tätigkeit geeignet bist. Dafür nutzt der Zoll ein mehrstufiges Auswahlverfahren bzw. Eignungsauswahlverfahren. Deine Kenntnisse, Fähigkeiten und deine persönliche Eignung werden systematisch geprüft.
Inhalte:
Was ist das Eignungsauswahlverfahren beim Zoll?
Das Eignungsauswahlverfahren soll feststellen, ob du die Voraussetzungen für eine bestimmte Tätigkeit beim Zoll mitbringst. Dabei geht es nicht nur darum, möglichst viele Fragen zum Thema Zoll richtig zu beantworten. Je nach Laufbahn oder Verwendung können auch Sprachverständnis, logisches Denken, Zahlenverständnis, Allgemeinbildung, Kommunikationsfähigkeit und dein Verhalten in verschiedenen Situationen eine Rolle spielen. Für Bewerber um eine Ausbildung oder ein duales Studium beim Zoll besteht das Auswahlverfahren aus einem schriftlichen und einem mündlichen Abschnitt.
Auswahlverfahren im mittleren Zolldienst
Bewirbst du dich für die Ausbildung im mittleren Zolldienst, dauert der schriftliche Teil des Auswahlverfahrens bis zu 3,5 Stunden. Der Zoll nennt verschiedene mögliche Aufgabenbereiche. Dazu gehören unter anderem Sprachverständnis, Logik- und Zahlenverständnis, Textanalyse, eine Arbeitsprobe und Allgemeinbildung in Form eines Wissenstests.
Beim Sprachverständnis sind deine Kenntnisse der deutschen Rechtschreibung und Grammatik sowie dein Textverständnis gefragt. Damit prüft der Zoll Fähigkeiten, die du später im Berufsalltag immer wieder brauchst. Schließlich gehören das Verstehen von Vorschriften, das Bearbeiten von Sachverhalten und eine eindeutige schriftliche Kommunikation zum Arbeitsalltag einer Behörde.
Hast du den schriftlichen Teil bestanden, folgt das mündliche Auswahlverfahren. Hier erwartet dich eine Kombination aus Gruppenübung mit Diskussionsbeiträgen, Rollenspiel und Interview.
Auswahlverfahren im gehobenen Zolldienst
Auch für das duale Studium im gehobenen Zolldienst werden deine Kenntnisse und Fähigkeiten schriftlich und mündlich überprüft. Der schriftliche Teil dauert hier bis zu vier Stunden.
Neben Sprachverständnis, Logik, Zahlenverständnis, Textanalyse, Arbeitsprobe und Allgemeinbildung nennt der Zoll für den gehobenen Dienst auch Rechtsfälle als Bestandteil des schriftlichen Einstellungstests. Damit wird das Auswahlverfahren stärker auf Fähigkeiten ausgerichtet, die für ein anspruchsvolles duales Studium und spätere Aufgaben im gehobenen Dienst wichtig sind.
Im mündlichen Auswahlverfahren wird es anschließend deutlich kommunikativer. Der Zoll nennt als Bestandteile eine Gruppenübung mit Diskussionsbeiträgen, ein Rollenspiel, einen Kurzvortrag zur Darstellung und Erläuterung eines Sachverhalts sowie ein Interview. Auch dein Wissen über den Zoll kann dabei geprüft werden. Hier zählt nicht nur, was du sagst. Auch eine klare Argumentation, verständliche Erklärungen und ein angemessenes Verhalten gegenüber anderen Teilnehmern können für deinen Auftritt wichtig sein.
Wissen über den Zoll gehört zur Vorbereitung
Spätestens beim mündlichen Auswahlverfahren solltest du wissen, bei wem du dich eigentlich beworben hast. Nur zu sagen, dass der Zoll an Flughäfen Koffer kontrolliert, wäre deutlich zu wenig.
Der Zoll stellt dafür sogar einen offiziellen Selbst- und Wissenstest bereit. Mit dem Wissenstest kannst du überprüfen, wie gut dein zöllnerisches Grundwissen bereits ist. Der Selbsttest soll dir zusätzlich helfen herauszufinden, wie gut die Tätigkeiten und Herausforderungen der Zollverwaltung zu deinen beruflichen Interessen passen. Eine gute Vorbereitung bedeutet deshalb auch, dich mit Aufgaben, Organisation und Tätigkeitsbereichen des Zolls auseinanderzusetzen.
Eignungsauswahlverfahren bei besonderen Einsatzbereichen
Bei speziellen Tätigkeiten kann das Auswahlverfahren noch einmal ganz anders aussehen. Ein gutes Beispiel sind die Observationseinheiten Zoll (OEZ). Dort wird die Eignung für die Verwendung in einem einwöchigen Auswahlverfahren festgestellt. Nach Angaben des Zolls gehören dazu schriftliche psychologische Tests sowie sportliche Prüfungen und Einzelgespräche mit einem Psychologen und der Auswahlkommission. Allein der zweite Teil mit sportlichen Abnahmen und Gesprächen erstreckt sich über fünf Tage.
Noch einmal andere Anforderungen gelten für die Zentrale Unterstützungsgruppe Zoll (ZUZ). Wer dort eingesetzt werden möchte, durchläuft zunächst ein zweiwöchiges Auswahlverfahren. Das zeigt, warum du den Begriff Eignungsauswahlverfahren beim Zoll immer im Zusammenhang mit der konkreten Laufbahn oder Verwendung betrachten solltest. Das normale Auswahlverfahren für Nachwuchskräfte ist nicht mit dem Auswahlverfahren einer Spezialeinheit gleichzusetzen.
Tipps für Bewerber
Bereite dich nicht nur auf einen einzelnen Aufgabentyp vor. Beim Zoll werden unterschiedliche Fähigkeiten geprüft. Sinnvoll ist deshalb eine Vorbereitung, bei der du beispielsweise Sprachverständnis, Rechtschreibung, logisches Denken, Zahlenverständnis und Allgemeinwissen regelmäßig trainierst. Für Bewerber im gehobenen Dienst solltest du außerdem Aufgaben berücksichtigen, bei denen du Sachverhalte analysieren und strukturiert bearbeiten musst.
Auch das mündliche Verfahren solltest du nicht unterschätzen. Übe, dich verständlich auszudrücken, deinen Standpunkt zu begründen und auch unter etwas Druck ruhig zu bleiben. Beschäftige dich außerdem ausführlich mit dem Zoll, seinen Aufgaben und deinem gewünschten Karriereweg, da entsprechendes Wissen im Interview eine Rolle spielen kann.
Zur systematischen Vorbereitung auf Einstellungstests und Auswahlverfahren kannst du außerdem spezielle Trainingsmaterialien nutzen. Der Ausbildungspark Verlag ist auf Berufseinstieg und Auswahlverfahren im öffentlichen Dienst spezialisiert. Gerade bei einem umfangreichen Testverfahren hilft dir eine strukturierte Vorbereitung dabei, typische Aufgabentypen kennenzulernen und sicherer mit Prüfungssituationen umzugehen.
Fazit
Das Eignungsauswahlverfahren beim Zoll ist kein einzelner Test, der überall gleich abläuft. Für die klassische Ausbildung im mittleren Dienst und das duale Studium im gehobenen Dienst spricht der Zoll offiziell vom Auswahlverfahren. Dabei erwarten dich grundsätzlich ein schriftlicher und ein mündlicher Teil. Die konkreten Aufgaben hängen von deinem Karriereweg ab.
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