Laufbahn beim Zoll
Zoll-ABC
Mit der Laufbahn beim Zoll wird deine beamtenrechtliche berufliche Einordnung beschrieben. Sie bestimmt unter anderem, welche Qualifikation du für den Einstieg benötigst, welche Ämter du im Laufe deiner Karriere erreichen kannst und welche beruflichen Entwicklungsmöglichkeiten dir offenstehen.
Beim Zoll gibt es die klassischen Laufbahngruppen des Bundes: mittlerer Dienst, gehobener Dienst und höherer Dienst. Für Schulabgänger sind vor allem der mittlere und der gehobene Zolldienst relevant.
Inhalte:
Was bedeutet Laufbahn überhaupt?
Mittlerer Zolldienst
Der klassische Einstieg in den mittleren Zolldienst erfolgt über eine zweijährige Ausbildung. Sie verbindet theoretische und praktische Ausbildungsabschnitte und schließt mit einer Laufbahnprüfung ab. Der reguläre Ausbildungsbeginn ist derzeit der 1. September.
Für den mittleren Dienst brauchst du beim Zoll grundsätzlich einen Realschulabschluss oder einen gleichwertigen Bildungsstand. Auch mit einem Hauptschulabschluss kann eine Bewerbung möglich sein, wenn zusätzlich eine anerkannte Berufsausbildung mit der vorgeschriebenen Dauer vorhanden ist. Die allgemeinen laufbahnrechtlichen Mindestanforderungen des Bundes sehen für den mittleren Dienst ebenfalls einen Realschulabschluss oder einen gleichwertigen Bildungsstand sowie einen Vorbereitungsdienst beziehungsweise eine entsprechende berufliche Qualifikation vor.
Nach der Ausbildung kannst du in unterschiedlichen Bereichen des Zolls eingesetzt werden, beispielsweise in der Abfertigung, bei Kontrollen oder in anderen Aufgabenfeldern der Zollverwaltung.
Die Besoldungsgruppen des mittleren Dienstes beim Zoll reichen nach den aktuellen Karriereinformationen grundsätzlich von A7 bis A9.
Gehobener Zolldienst
In den gehobenen Zolldienst führt beim klassischen Nachwuchseinstieg ein dreijähriges duales Studium. Der Zoll beschreibt diesen Karriereweg ausdrücklich als Studium für den gehobenen Dienst.
Dafür benötigst du eine entsprechende Hochschulzugangsberechtigung. Der Bund verlangt für den Zugang zum gehobenen Dienst grundsätzlich eine zum Hochschulstudium berechtigende Schulbildung oder einen gleichwertigen Bildungsstand in Verbindung mit einem entsprechenden Vorbereitungsdienst. Alternativ kann eine bereits vorhandene geeignete Hochschulqualifikation zusammen mit beruflicher Tätigkeit den Zugang ermöglichen.
Beim Zoll schließt das duale Studium mit dem Bachelor of Laws (LL.B.) ab. Es bereitet dich auf anspruchsvolle Fach-, Verwaltungs-, Prüfungs- und je nach weiterer Entwicklung auch Führungsaufgaben vor.
Im gehobenen Dienst nennt der Zoll aktuell die Besoldungsgruppen A9 bis A13.
Höherer Dienst
Der höhere Dienst ist vor allem für besonders anspruchsvolle Fach- und Führungsaufgaben vorgesehen. Anders als beim mittleren und gehobenen Zolldienst bietet der Zoll für Schulabgänger keinen regulären Nachwuchsweg an, der unmittelbar in den höheren Dienst führt.
Für den höheren Dienst ist in der Bundesverwaltung grundsätzlich ein Masterabschluss oder ein gleichwertiger Hochschulabschluss, beispielsweise ein Staatsexamen oder Universitätsdiplom, erforderlich. Zusätzlich muss je nach Laufbahn ein Vorbereitungsdienst oder eine entsprechende hauptberufliche Tätigkeit hinzukommen.
Beim Zoll kommen für solche Positionen beispielsweise Volljuristen oder andere hoch qualifizierte Spezialisten infrage. Wer direkt nach der Schule beim Zoll starten möchte, entscheidet sich dagegen in der Regel für den mittleren oder gehobenen Dienst.
Laufbahn und Beamtenstatus nicht verwechseln
Wichtig ist auch die Unterscheidung zwischen Laufbahn und Beamtenstatus.
Mittlerer oder gehobener Dienst beschreiben deine Laufbahngruppe. Die Bezeichnungen Beamter auf Widerruf, Beamter auf Probe und Beamter auf Lebenszeit beschreiben dagegen die Art deines Beamtenverhältnisses.
Du kannst beispielsweise während deiner Ausbildung im mittleren Dienst Beamter auf Widerruf sein und nach erfolgreichem Abschluss später Beamter auf Probe werden. Deine Laufbahngruppe bleibt dabei der mittlere Dienst.
Kannst du in eine höhere Laufbahn aufsteigen?
Deine Laufbahn muss nicht zwangsläufig für das gesamte Berufsleben unverändert bleiben. Die Bundesverwaltung sieht grundsätzlich Aufstiegsmöglichkeiten in die nächsthöhere Laufbahngruppe vor. Dafür können je nach Fall beispielsweise ein spezielles Aufstiegsverfahren, eine zusätzliche Qualifizierung oder ein Hochschulstudium erforderlich sein.
Ein solcher Aufstieg erfolgt allerdings nicht automatisch nach einer bestimmten Zahl von Dienstjahren. Auch bei Beförderungen innerhalb einer Laufbahn spielen Eignung, Befähigung und fachliche Leistung eine zentrale Rolle.
Du solltest deshalb zwischen zwei Entwicklungen unterscheiden: Innerhalb deiner bisherigen Laufbahn kannst du durch Beförderungen höhere Ämter erreichen. Für den Wechsel in die nächsthöhere Laufbahngruppe gelten dagegen zusätzliche laufbahnrechtliche Voraussetzungen.
Welche Laufbahn passt zu dir?
Wenn du nach der Schule zum Zoll möchtest, hängt die Wahl vor allem von deinem Bildungsabschluss und deinen beruflichen Vorstellungen ab.
Mit mittlerem Bildungsabschluss bietet dir die zweijährige Ausbildung einen praxisnahen Einstieg in den mittleren Zolldienst. Besitzt du Abitur oder eine geeignete Fachhochschulreife und möchtest studieren, kannst du den gehobenen Zolldienst über das dreijährige duale Studium anstreben.
Für beide Karrierewege musst du anschließend das jeweilige Auswahlverfahren des Zolls erfolgreich bestehen. Eine gezielte Vorbereitung auf den schriftlichen und mündlichen Teil ist daher ein wichtiger Schritt. Der Ausbildungspark Verlag ist als Fachverlag auf die Vorbereitung auf Einstellungstests und Auswahlverfahren im öffentlichen Dienst spezialisiert.
Fazit
Die Laufbahn beim Zoll legt den beamtenrechtlichen Rahmen deiner beruflichen Entwicklung fest. Offiziell gibt es einfachen, mittleren, gehobenen und höheren Dienst. Für Schulabgänger sind vor allem zwei Wege wichtig: die zweijährige Ausbildung im mittleren Zolldienst und das dreijährige duale Studium im gehobenen Zolldienst.
Der höhere Dienst setzt dagegen grundsätzlich einen Masterabschluss oder eine gleichwertige Hochschulqualifikation voraus. Innerhalb deiner Laufbahn kannst du dich durch Berufserfahrung, gute Leistungen und Beförderungen weiterentwickeln. Unter bestimmten Voraussetzungen ist auch ein späterer Aufstieg in eine höhere Laufbahngruppe möglich.
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