Wasserzoll
Zoll-ABC
Der Wasserzoll gehört zu den besonders abwechslungsreichen Einsatzbereichen der Zollverwaltung. Statt überwiegend im Büro oder bei Straßenkontrollen zu arbeiten, bist du hier auf Zollbooten und Zollschiffen unterwegs. Die Einsatzgebiete liegen an den deutschen Küsten und auf Binnengewässern. Dort überwacht der Zoll den grenzüberschreitenden Warenverkehr, bekämpft Schmuggel und übernimmt weitere hoheitliche Aufgaben.
Wenn du dich für Schifffahrt, Technik und praktische Einsätze interessierst, kann der Wasserzoll deshalb eine spannende berufliche Perspektive sein. Allerdings handelt es sich um einen spezialisierten Bereich. Je nach Tätigkeit musst du zusätzliche gesundheitliche, nautische oder technische Voraussetzungen erfüllen.
Inhalte:
- Welche Aufgaben hat der Wasserzoll?
- Arbeiten auf Zollbooten und Zollschiffen
- Nicht jeder arbeitet an Deck
- Wie kommst du zum Wasserzoll?
- Besondere gesundheitliche Anforderungen
- Schichtdienst gehört dazu
- Teamarbeit ist besonders wichtig
- Sicherheitsüberprüfung kann erforderlich sein
- Dienstkleidung und Ausrüstung
- Was solltest du persönlich mitbringen?
- Kannst du direkt nach der Ausbildung zum Wasserzoll?
- Gute Vorbereitung auf das Auswahlverfahren
- Fazit
Welche Aufgaben hat der Wasserzoll?
Eine wichtige Aufgabe des Wasserzolls ist die Überwachung des Warenverkehrs auf dem Wasser. Dabei geht es beispielsweise darum, Schmuggel zu verhindern und Verstöße gegen Einfuhr- und Ausfuhrbestimmungen aufzudecken.
Die Beschäftigten kontrollieren Schiffe und andere Wasserfahrzeuge und achten darauf, ob Waren ordnungsgemäß angemeldet wurden. Auch Verbote und Beschränkungen spielen eine Rolle. Bestimmte Waren dürfen beispielsweise gar nicht oder nur unter festgelegten Voraussetzungen eingeführt werden.
Darüber hinaus beteiligt sich der Wasserzoll an der Bekämpfung grenzüberschreitender Kriminalität. Je nach Situation können Kontrollen, Ermittlungsunterstützung oder die Zusammenarbeit mit anderen zuständigen Behörden erforderlich sein.
Damit schützt der Wasserzoll nicht nur die Einnahmen des Staates. Seine Arbeit trägt auch zum Schutz von Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt bei.
Arbeiten auf Zollbooten und Zollschiffen
Der Arbeitsplatz beim Wasserzoll kann sich deutlich von einem klassischen Verwaltungsarbeitsplatz unterscheiden.
Die Besatzungen sind auf unterschiedlichen Gewässern unterwegs und führen dort ihre Kontroll- und Überwachungsaufgaben durch. Dabei kann die Arbeit stark von Wetter, Verkehr und konkreter Einsatzlage beeinflusst werden.
Du solltest deshalb keine Tätigkeit erwarten, bei der jeder Arbeitstag exakt gleich abläuft. Manche Einsätze verlaufen ruhig, andere erfordern schnelle Entscheidungen und ein abgestimmtes Vorgehen innerhalb der Besatzung.
Gerade diese Mischung aus Zollaufgaben, Schifffahrt und Teamarbeit macht den Bereich für viele Bewerber interessant.
Nicht jeder arbeitet an Deck
Beim Wasserzoll gibt es unterschiedliche Aufgaben innerhalb einer Besatzung. Neben dem eigentlichen Decksdienst werden auch nautische und technische Fachkräfte benötigt.
Zu den spezialisierten Bereichen gehören beispielsweise der Decksdienst, der Navigationsdienst, die Antriebstechnik, die Elektrotechnik und die Schiffsbetriebstechnik.
Damit bietet der Wasserzoll auch Möglichkeiten für Bewerber, die bereits maritime oder technische Qualifikationen besitzen.
Wer beispielsweise Erfahrung mit Schiffstechnik, Navigation oder elektrischen Anlagen mitbringt, kann für andere Aufgaben eingesetzt werden als eine Beamtin oder ein Beamter aus dem allgemeinen Zolldienst.
Wie kommst du zum Wasserzoll?
Der Weg hängt davon ab, welche Tätigkeit du übernehmen möchtest.
Eine Möglichkeit führt über die klassische Zolllaufbahn. Nach der Ausbildung im mittleren Zolldienst oder dem dualen Studium im gehobenen Zolldienst kannst du grundsätzlich in unterschiedlichen Bereichen der Zollverwaltung eingesetzt werden. Dazu können auch maritime Aufgaben gehören, wenn entsprechende Dienstposten verfügbar sind und du die notwendigen Voraussetzungen erfüllst.
Daneben benötigt der Wasserzoll Beschäftigte mit speziellen nautischen und technischen Qualifikationen. Für diese Tätigkeiten gelten eigene Anforderungen an Ausbildung, Befähigungsnachweise und Berufserfahrung.
Du solltest deshalb bei Stellenausschreibungen genau darauf achten, ob eine Stelle für Zollbeamte oder gezielt für Fachkräfte mit maritimer beziehungsweise technischer Vorbildung ausgeschrieben ist.
Besondere gesundheitliche Anforderungen
Wer regelmäßig auf einem Zollboot oder Zollschiff arbeitet, muss gesundheitlich für diese Tätigkeit geeignet sein.
Die Arbeit auf dem Wasser kann körperlich anspruchsvoller sein als ein gewöhnlicher Büroarbeitsplatz. Bewegungen des Schiffes, schlechte Wetterbedingungen, Arbeiten an Deck und längere Einsatzzeiten stellen besondere Anforderungen.
Deshalb kann für einen Einsatz beim Wasserzoll eine erweiterte gesundheitliche Untersuchung erforderlich sein.
Wenn du beispielsweise unter gesundheitlichen Einschränkungen leidest, bedeutet das nicht automatisch, dass eine Karriere beim Zoll ausgeschlossen ist. Es kann aber sein, dass bestimmte maritime Tätigkeiten für dich nicht infrage kommen.
Die Beurteilung richtet sich nach dem konkreten Einsatzbereich und den dafür geltenden Anforderungen.
Schichtdienst gehört dazu
Schiffe und Warenverkehr halten sich nicht an typische Bürozeiten. Deshalb solltest du beim Wasserzoll mit unregelmäßigen Arbeitszeiten rechnen.
Je nach Einsatzbereich kann Schichtdienst erforderlich sein. Auch Dienste am frühen Morgen, am Abend, nachts oder am Wochenende können zum Arbeitsalltag gehören.
Wenn du dich für den Wasserzoll interessierst, solltest du deshalb eine gewisse zeitliche Flexibilität mitbringen.
Gerade bei längeren Einsätzen kann sich dein Tagesablauf deutlich von einer klassischen Tätigkeit in einer Verwaltungsabteilung unterscheiden.
Teamarbeit ist besonders wichtig
Auf einem Schiff arbeitet niemand völlig unabhängig von den anderen.
Die Besatzung muss sich aufeinander verlassen können. Jeder hat bestimmte Aufgaben und trägt dazu bei, dass das Schiff sicher betrieben und der Einsatz erfolgreich durchgeführt wird.
Deshalb sind Teamfähigkeit, Verantwortungsbewusstsein und eine zuverlässige Arbeitsweise beim Wasserzoll besonders wichtig.
In schwierigen Situationen solltest du außerdem ruhig bleiben und Anweisungen zuverlässig umsetzen können. Bei Kontrollen kann es notwendig sein, flexibel auf Veränderungen zu reagieren.
Wer lieber ausschließlich allein und nach einem festen Tagesplan arbeitet, sollte deshalb genau überlegen, ob ein maritimer Einsatzbereich zu den eigenen Vorstellungen passt.
Sicherheitsüberprüfung kann erforderlich sein
Für ausgewählte Einsatzbereiche des Wasserzolls kann zusätzlich eine Sicherheitsüberprüfung erforderlich sein.
Dabei wird geprüft, ob sicherheitsrelevante Bedenken gegen deinen Einsatz bestehen. Dafür musst du entsprechende Angaben machen und der Überprüfung zustimmen.
Eine Sicherheitsüberprüfung betrifft jedoch nicht automatisch jede Tätigkeit beim Wasserzoll in gleichem Umfang. Entscheidend ist die vorgesehene Verwendung.
Wenn sie für deinen Dienstposten vorgeschrieben ist, gehört deine Mitwirkung allerdings zu den Voraussetzungen für den Einsatz.
Dienstkleidung und Ausrüstung
Beim Wasserzoll arbeitest du in einem hoheitlichen Einsatzbereich. Entsprechend kann Dienstkleidung zum Arbeitsalltag gehören.
Je nach Aufgabe wird außerdem besondere Schutz- und Einsatzausrüstung benötigt. Auf dem Wasser müssen Kleidung und Ausrüstung nicht nur ein einheitliches Auftreten ermöglichen, sondern auch den praktischen Anforderungen an Bord entsprechen.
Für Bewerber der klassischen Zolllaufbahn gilt ohnehin die grundsätzliche Bereitschaft, Dienstkleidung und je nach Einsatzbereich eine Waffe zu tragen.
Was solltest du persönlich mitbringen?
Neben den formalen Voraussetzungen solltest du dich auf die besonderen Arbeitsbedingungen einstellen können.
Hilfreich sind eine gute körperliche Belastbarkeit, technisches Verständnis und Interesse an der Arbeit auf dem Wasser. Du solltest außerdem zuverlässig und teamfähig sein.
Auch wechselnde Arbeitszeiten und unterschiedliche Wetterbedingungen dürfen für dich kein grundsätzliches Problem darstellen.
Besonders wichtig ist, dass du den Wasserzoll nicht nur wegen der Vorstellung von Bootsfahrten interessant findest. Hinter der Tätigkeit stehen ernsthafte Kontroll-, Sicherheits- und Überwachungsaufgaben.
Kannst du direkt nach der Ausbildung zum Wasserzoll?
Ein Einsatz beim Wasserzoll kann grundsätzlich eine mögliche Verwendung innerhalb deiner Zollkarriere sein. Du solltest allerdings nicht davon ausgehen, dass du nach der Ausbildung automatisch deinen Wunschdienstposten erhältst.
Entscheidend sind freie Stellen, der Personalbedarf und deine persönliche sowie gesundheitliche Eignung.
Wenn du bereits während deiner Bewerbung weißt, dass dich der Wasserzoll besonders interessiert, kannst du dich frühzeitig über die entsprechenden Anforderungen informieren. Bleibe trotzdem offen für andere Bereiche der Zollverwaltung.
Auch Berufserfahrung in anderen Tätigkeitsfeldern kann für deine weitere Entwicklung hilfreich sein.
Gute Vorbereitung auf das Auswahlverfahren
Bevor du an Deck eines Zollbootes arbeiten kannst, musst du bei einem Einstieg über die klassische Beamtenlaufbahn zunächst das reguläre Auswahlverfahren erfolgreich absolvieren.
Dazu solltest du dich mit den Testbereichen und den späteren Aufgaben des Zolls beschäftigen. Der Ausbildungspark Verlag ist als Fachverlag auf die Vorbereitung auf Einstellungstests und Auswahlverfahren im öffentlichen Dienst spezialisiert.
Wenn du im Vorstellungsgespräch erklärst, dass dich der Wasserzoll interessiert, solltest du auch ungefähr wissen, welche Aufgaben dort tatsächlich anfallen. So zeigst du, dass hinter deinem Berufswunsch mehr steckt als nur allgemeine Begeisterung für Schiffe.
Fazit
Der Wasserzoll verbindet klassische Zollaufgaben mit maritimen Einsätzen. Die Beschäftigten überwachen den Warenverkehr auf dem Wasser, verhindern Schmuggel, bekämpfen grenzüberschreitende Kriminalität und kontrollieren die Einhaltung verschiedener Vorschriften.
Neben Zollbeamtinnen und Zollbeamten werden auch nautische und technische Fachkräfte benötigt. Entsprechend unterschiedlich können die Zugangswege und Voraussetzungen sein.
Wenn du dich für Schifffahrt interessierst, gern im Team arbeitest und mit wechselnden Arbeitszeiten sowie besonderen Einsatzbedingungen umgehen kannst, kann der Wasserzoll eine spannende Spezialisierung innerhalb der Zollverwaltung sein. Du solltest allerdings bereit sein, zusätzliche gesundheitliche und je nach Tätigkeit auch sicherheitsbezogene oder fachliche Anforderungen zu erfüllen.
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