Auswahlverfahren beim Zoll
Zoll-ABC
Bevor du deine Ausbildung oder dein duales Studium beim Zoll beginnen kannst, musst du das Auswahlverfahren erfolgreich durchlaufen. Dabei möchte der Zoll feststellen, ob du die fachlichen, geistigen und persönlichen Voraussetzungen für die angestrebte Laufbahn mitbringst. Für die Ausbildung im mittleren Dienst und das duale Studium im gehobenen Dienst besteht das Verfahren grundsätzlich aus einem schriftlichen und einem mündlichen Teil.
Das Auswahlverfahren solltest du deshalb nicht als gewöhnlichen Einstellungstest betrachten. Im schriftlichen Teil stehen zunächst deine Kenntnisse und Fähigkeiten im Vordergrund. Später möchte der Zoll dich auch persönlich kennenlernen und sehen, wie du kommunizierst, argumentierst und mit unterschiedlichen Situationen umgehst.
Inhalte:
Der schriftliche Teil des Auswahlverfahrens
Im schriftlichen Auswahlverfahren prüft der Zoll mehrere Bereiche. Nach den offiziellen Karriereinformationen gehören dazu insbesondere Mathematikkenntnisse, Sprachverständnis und Allgemeinwissen. Außerdem kann der Test die Anfertigung einer Arbeitsprobe beinhalten.
Für den mittleren Dienst kann der schriftliche Test bis zu 3,5 Stunden dauern. Bewirbst du dich für den gehobenen Dienst, sind bis zu vier Stunden vorgesehen. Ein Taschenrechner darf nach den aktuellen Angaben des Zolls verwendet werden.
Du solltest dich daher darauf einstellen, über einen längeren Zeitraum konzentriert arbeiten zu müssen. Es reicht nicht, einzelne Aufgabenarten zu beherrschen. Du musst auch mit Zeitdruck umgehen und nach mehreren Stunden noch sorgfältig lesen, rechnen und entscheiden können.
Gerade deshalb lohnt sich eine langfristige Vorbereitung. Wenn du typische Aufgabenformate bereits kennst, musst du im eigentlichen Auswahlverfahren nicht erst herausfinden, wie eine Aufgabe funktioniert.
Mathematik, Sprache und Allgemeinwissen
Mathematik gehört zu den grundlegenden Prüfungsbereichen. Dafür solltest du wichtige mathematische Grundlagen wiederholen und lernen, Aufgaben auch unter Zeitdruck systematisch zu lösen.
Beim Sprachverständnis geht es darum, Texte und Aufgabenstellungen genau zu erfassen und mit der deutschen Sprache sicher umzugehen. Das ist für die spätere Arbeit beim Zoll besonders wichtig, weil du regelmäßig mit Vorschriften, schriftlichen Sachverhalten und Verwaltungsentscheidungen zu tun hast.
Beim Allgemeinwissen solltest du wiederum eine solide Grundbildung mitbringen und dich mit aktuellen gesellschaftlichen Themen beschäftigen. Ebenso wichtig ist, dass du deinen möglichen Arbeitgeber kennst. Der Zoll bietet auf seiner Webseite selbst einen offiziellen Wissenstest an, mit dem du überprüfen kannst, wie gut dein zöllnerisches Grundwissen bereits ist.
Arbeitsprobe im Zolltest
Der schriftliche Test kann außerdem eine Arbeitsprobe enthalten. Der Zoll nennt diese Aufgabenform ausdrücklich in seinen Bewerbungsleitfäden.
Dabei solltest du vor allem zeigen, dass du einen Sachverhalt verstehen und Informationen strukturiert bearbeiten kannst. Solche Aufgaben unterscheiden sich von klassischen Wissensfragen, weil du nicht einfach zwischen vorgegebenen Antworten auswählen musst.
Nimm dir deshalb zunächst Zeit, die Aufgabenstellung genau zu lesen. Überlege, welche Informationen entscheidend sind, und entwickle anschließend eine nachvollziehbare Lösung. Sorgfalt und eine klare Struktur sind bei solchen Aufgaben wichtiger als komplizierte Formulierungen.
Das mündliche Auswahlverfahren
Wenn du den schriftlichen Abschnitt erfolgreich absolviert hast und im weiteren Verfahren berücksichtigt wirst, folgt der mündliche Teil. Jetzt geht es deutlich stärker um deine persönliche Eignung.
Der Zoll beschreibt das mündliche Verfahren als eine Kombination unterschiedlicher Übungen. Dazu können eine Gruppendiskussion, ein Rollenspiel, ein Kurzvortrag zur Darstellung eines Sachverhalts und ein Interview gehören.
Damit reicht es nicht, lediglich gute Testergebnisse vorzuweisen. Du solltest auch verständlich kommunizieren können, dich in Gesprächen angemessen verhalten und deine Gedanken strukturiert darstellen.
Gruppendiskussion, Rollenspiel und Kurzvortrag
Bei einer Gruppendiskussion solltest du dich aktiv beteiligen, ohne andere Teilnehmer zu übergehen. Es geht nicht darum, möglichst viel zu reden. Viel wichtiger ist, dass du gute Argumente einbringst, anderen zuhörst und konstruktiv auf deren Aussagen reagierst.
Im Rollenspiel wirst du mit einer vorgegebenen Situation konfrontiert. Hier solltest du ruhig bleiben, deinem Gegenüber zuhören und versuchen, eine sachliche Lösung zu finden. Auswendig gelernte Standardsätze helfen dabei meistens weniger als ein natürliches und überlegtes Auftreten.
Bei einem Kurzvortrag musst du einen Sachverhalt erfassen und anschließend verständlich präsentieren. Eine klare Gliederung hilft dir dabei: Erkläre zunächst kurz das Thema, stelle anschließend die wichtigsten Punkte vor und komme am Ende zu einem nachvollziehbaren Ergebnis.
Das Interview beim Zoll
Auch ein Interview kann Bestandteil des mündlichen Auswahlverfahrens sein. Hier solltest du nicht zuletzt deine eigenen Bewerbungsunterlagen gut kennen.
Bereite dich darauf vor, erklären zu können, warum du zum Zoll möchtest, weshalb du dich für den mittleren oder gehobenen Dienst entschieden hast und welche Tätigkeitsbereiche dich interessieren. Auch Fragen zu deinem bisherigen Lebenslauf, deinen Erfahrungen oder deiner Motivation sind naheliegend.
Vor allem solltest du zeigen, dass du dich ernsthaft mit dem Zoll beschäftigt hast. Der offizielle Selbst- und Wissenstest kann dir dabei helfen, deine Kenntnisse über die Zollverwaltung zu überprüfen und mehr über die Anforderungen und Tätigkeiten des Arbeitgebers zu erfahren.
Besonderheiten bei Verwaltungsinformatik
Wenn du dich für das duale Studium Verwaltungsinformatik bewirbst, ist das Auswahlverfahren etwas anders aufgebaut. Auch hier gibt es einen schriftlichen und einen mündlichen Teil. Der schriftliche Abschnitt dauert nach den aktuellen Angaben 2,5 Stunden.
Zu den Prüfungsgebieten gehören unter anderem Mathematik, sprachliche Fähigkeiten, Allgemeinwissen und IT-Basiswissen sowie der Umgang mit Rechtsvorschriften und deren Anwendung. Auch Englischkenntnisse spielen eine Rolle.
Damit ist der Test stärker auf das technisch geprägte Studium zugeschnitten als das klassische Auswahlverfahren für den mittleren oder gehobenen Zolldienst.
Wie kannst du dich vorbereiten?
Beginne nicht erst wenige Tage vor deinem Testtermin. Teile deine Vorbereitung auf die verschiedenen Bereiche auf und trainiere regelmäßig. Mathematik und Sprache lassen sich ebenso verbessern wie Allgemeinwissen und das strukturierte Bearbeiten von Sachverhalten.
Mindestens genauso wichtig ist die Vorbereitung auf den mündlichen Teil. Übe, frei zu sprechen, begründe deine Meinung und spiele typische Gesprächssituationen durch. Beschäftige dich außerdem intensiv mit den Aufgaben des Zolls und mit deiner persönlichen Motivation.
Der Ausbildungspark Verlag ist auf die Vorbereitung auf Einstellungstests und Auswahlverfahren im öffentlichen Dienst spezialisiert. Mit passenden Übungsaufgaben und Testsimulationen kannst du typische Prüfungsanforderungen gezielt trainieren und lernen, auch unter Zeitdruck konzentriert zu arbeiten.
Fazit
Das Auswahlverfahren beim Zoll besteht für die klassischen Nachwuchslaufbahnen aus einem schriftlichen und einem mündlichen Teil. Im schriftlichen Test werden unter anderem Mathematikkenntnisse, Sprachverständnis und Allgemeinwissen geprüft. Auch eine Arbeitsprobe kann Bestandteil des Tests sein. Für den mittleren Dienst dauert der schriftliche Abschnitt bis zu 3,5 Stunden, für den gehobenen Dienst bis zu vier Stunden. Im mündlichen Verfahren können anschließend Übungen wie Gruppendiskussion, Rollenspiel, Kurzvortrag und Interview auf dich zukommen.
Eine gute Vorbereitung sollte deshalb nicht nur aus Testaufgaben bestehen. Trainiere sowohl deine fachlichen Fähigkeiten als auch dein Auftreten und beschäftige dich gründlich mit dem Zoll. Je vertrauter du mit den verschiedenen Anforderungen bist, desto sicherer kannst du im Auswahlverfahren zeigen, was du kannst.
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