Zollverwaltung
Zoll-ABC
Die Zollverwaltung ist eine große Bundesverwaltung mit rund 49.000 Zöllnerinnen und Zöllnern und zahlreichen Dienststellen in ganz Deutschland. Sie sorgt unter anderem dafür, dass Abgaben korrekt erhoben werden, Warenverkehr überwacht wird, Schwarzarbeit und illegale Beschäftigung bekämpft werden und bestimmte Verbote und Beschränkungen eingehalten werden. Gleichzeitig übernimmt sie Ermittlungs-, Kontroll- und Vollstreckungsaufgaben.
Wenn du dich beim Zoll bewirbst, entscheidest du dich deshalb nicht für einen einzigen Beruf mit einem festgelegten Arbeitsplatz. Hinter der Zollverwaltung stehen viele unterschiedliche Aufgabenbereiche und Einsatzmöglichkeiten. Nach Ausbildung oder dualem Studium kannst du beispielsweise in der Sachbearbeitung, im Kontrollbereich, bei der Finanzkontrolle Schwarzarbeit oder später in einem spezialisierten Bereich tätig werden.
Inhalte:
- Wie ist die Zollverwaltung aufgebaut?
- Was machen die Hauptzollämter?
- Welche Aufgabe haben Zollfahndungsämter?
- Die Generalzolldirektion
- Mehr als Kontrollen am Flughafen
- Beamte und Tarifbeschäftigte
- Ausbildung im mittleren Zolldienst
- Duales Studium im gehobenen Zolldienst
- Bundesweit arbeiten
- Viele Möglichkeiten zur Spezialisierung
- Die Zollverwaltung im Auswahlverfahren kennen
- Fazit
Wie ist die Zollverwaltung aufgebaut?
An der Spitze der Zollverwaltung steht die Generalzolldirektion, kurz GZD. Sie ist die zentrale Bundesoberbehörde der Zollverwaltung und hat ihren Hauptsitz in Bonn. Zu ihren Aufgaben gehört insbesondere die bundesweite operative Steuerung der Zollverwaltung.
Auf der örtlichen Ebene arbeiten die Hauptzollämter und Zollfahndungsämter. Aktuell gibt es bundesweit 41 Hauptzollämter und 8 Zollfahndungsämter. Dadurch ist der Zoll in praktisch allen Regionen Deutschlands vertreten.
Für dich als Bewerber sind zunächst vor allem die Hauptzollämter wichtig. Dort findest du viele der klassischen Tätigkeitsbereiche und dort erfolgt auch ein großer Teil der praktischen Ausbildung.
Was machen die Hauptzollämter?
Die Hauptzollämter übernehmen einen großen Teil der täglichen operativen Arbeit der Zollverwaltung.
Dort werden unterschiedliche Aufgaben in sogenannten Sachgebieten organisiert. Beschäftigte können beispielsweise mit Abgabenerhebung, Kontrollen, Prüfungen, Finanzkontrolle Schwarzarbeit, Ahndung oder Vollstreckung beschäftigt sein.
Welche Aufgabe du später übernimmst, hängt von deinem Dienstposten und deiner Laufbahn ab. Ein Zollbeamter kann deshalb einen völlig anderen Berufsalltag haben als ein Kollege derselben Laufbahn an einer anderen Stelle.
Während ein Beschäftigter hauptsächlich Akten und elektronische Vorgänge bearbeitet, ist ein anderer regelmäßig im Außendienst unterwegs.
Welche Aufgabe haben Zollfahndungsämter?
Neben den Hauptzollämtern gibt es bundesweit acht Zollfahndungsämter. Sie gehören zum Zollfahndungsdienst und beschäftigen sich insbesondere mit Ermittlungen im Bereich schwerer und organisierter Zollkriminalität.
Eine Tätigkeit in der Zollfahndung ist für viele Bewerber besonders interessant. Du solltest aber nicht davon ausgehen, dass jeder Nachwuchsbeamte unmittelbar nach der Ausbildung automatisch dort eingesetzt werden kann.
Häufig entwickelt sich eine solche Verwendung erst im weiteren Berufsleben. Freie Dienstposten, deine Laufbahn, persönliche Eignung und vorhandene Qualifikationen spielen dabei eine Rolle.
Die Generalzolldirektion
Die Generalzolldirektion koordiniert und steuert zahlreiche Aufgaben, die für die gesamte Zollverwaltung von Bedeutung sind.
Innerhalb der Behörde gibt es verschiedene Direktionen mit unterschiedlichen fachlichen Zuständigkeiten. Dazu gehören sowohl zentrale Querschnittsaufgaben als auch spezialisierte Fachbereiche.
Auch besondere Einrichtungen und spezialisierte Einheiten sind organisatorisch in die Zollverwaltung eingebunden. Dazu zählt beispielsweise die Zentrale Unterstützungsgruppe Zoll, die bei besonders gefährlichen Einsatzlagen eingesetzt werden kann.
Die GZD zeigt besonders deutlich, dass der Zoll nicht nur aus den örtlich sichtbaren Kontrollkräften besteht. Hinter den Einsätzen steht eine umfangreiche Verwaltungs- und Organisationsstruktur.
Mehr als Kontrollen am Flughafen
Viele Menschen denken beim Zoll zuerst an Reisende, die nach einem Flug am Flughafen kontrolliert werden. Diese Aufgabe gehört zwar zum Zoll, bildet aber nur einen kleinen Ausschnitt seiner Tätigkeiten.
Die Zollverwaltung beschäftigt sich auch mit dem Warenverkehr von Unternehmen, mit Abgaben, Prüfungen, Vollstreckung und der Bekämpfung illegaler Beschäftigung. Hinzu kommen Ermittlungs- und Sicherheitsaufgaben sowie zahlreiche interne Verwaltungs-, Technik- und IT-Tätigkeiten.
Genau diese Vielfalt macht die Zollverwaltung für Bewerber interessant. Du kannst innerhalb eines Arbeitgebers sehr unterschiedliche berufliche Richtungen einschlagen.
Beamte und Tarifbeschäftigte
In der Zollverwaltung arbeiten nicht ausschließlich Zollbeamtinnen und Zollbeamte.
Neben Beamten beschäftigt der Zoll auch Tarifbeschäftigte. Besonders bei spezialisierten Fachaufgaben, beispielsweise in Informationstechnik, Verwaltung, Technik oder anderen Expertenbereichen, können entsprechende Stellen ausgeschrieben werden.
Für Schulabgänger sind dagegen vor allem die klassischen Beamtenlaufbahnen interessant. Hier führen die Ausbildung im mittleren Zolldienst und das duale Studium im gehobenen Zolldienst in die Zollverwaltung.
Damit gibt es verschiedene Möglichkeiten, Teil der Behörde zu werden.
Ausbildung im mittleren Zolldienst
Die Ausbildung im mittleren Zolldienst ist ein klassischer Einstieg in die Zollverwaltung.
Sie dauert zwei Jahre und verbindet fachtheoretische Ausbildungsabschnitte mit praktischen Erfahrungen. Während der Praxis lernst du verschiedene Bereiche des Zolls kennen.
Nach erfolgreichem Abschluss kannst du beispielsweise Aufgaben in der Sachbearbeitung oder im Vollzugs- und Kontrollbereich übernehmen.
Gerade die praktischen Phasen helfen dir dabei, die Größe und Vielfalt der Zollverwaltung besser kennenzulernen. Viele Nachwuchskräfte entdecken erst während dieser Zeit, welches Tätigkeitsfeld ihnen besonders liegt.
Duales Studium im gehobenen Zolldienst
Eine zweite wichtige Möglichkeit ist das dreijährige duale Studium für den gehobenen Zolldienst.
Hier werden wissenschaftliche Studieninhalte mit praktischen Ausbildungszeiten innerhalb der Zollverwaltung kombiniert.
Im späteren Berufsleben kannst du anspruchsvolle Sachbearbeitungsaufgaben übernehmen und dich mit zunehmender Erfahrung auch für weitere Fach- oder Führungsaufgaben qualifizieren.
Damit bietet die Zollverwaltung sowohl Bewerbern, die einen praxisorientierten Ausbildungsweg suchen, als auch Interessierten mit Studienwunsch einen passenden Einstieg.
Bundesweit arbeiten
Die Zollverwaltung ist bundesweit vertreten. Für deine Karriere bedeutet das, dass du grundsätzlich viele mögliche Einsatzorte hast. Die 41 Hauptzollämter und acht Zollfahndungsämter verteilen sich über das gesamte Bundesgebiet.
Das kann ein großer Vorteil sein, wenn du später deinen Wohnort verändern möchtest oder dich auf einen interessanten Dienstposten in einer anderen Region bewirbst.
Gleichzeitig solltest du eine gewisse räumliche Flexibilität mitbringen. Nicht jede gewünschte Aufgabe ist an jedem Standort vorhanden und nicht an jedem Ort ist jederzeit ein passender Dienstposten frei.
Viele Möglichkeiten zur Spezialisierung
Die Größe der Zollverwaltung eröffnet dir auch langfristig verschiedene Entwicklungsmöglichkeiten.
Neben klassischen Sachgebieten kannst du dich später beispielsweise für die Zollfahndung, den Wasserzoll oder andere spezialisierte Tätigkeiten interessieren. Auch IT, technische Aufgaben oder besondere operative Bereiche bieten berufliche Perspektiven.
Für einige Verwendungen musst du zusätzliche Voraussetzungen erfüllen. Dazu können Berufserfahrung, besondere gesundheitliche Anforderungen, spezielle Auswahlverfahren oder weitere Qualifikationen gehören.
Du musst dich deshalb am Anfang deiner Karriere noch nicht endgültig festlegen. Ausbildung und Studium geben dir zunächst einen breiten Einblick in die Verwaltung.
Die Zollverwaltung im Auswahlverfahren kennen
Wenn du dich beim Zoll bewirbst, solltest du zumindest die Grundstruktur deines zukünftigen Arbeitgebers kennen.
Du musst nicht sämtliche Direktionen, Dienststellen und Sachgebiete auswendig lernen. Du solltest aber wissen, dass die Zollverwaltung bundesweit organisiert ist, welche wesentlichen Aufgaben sie übernimmt und dass Hauptzollämter, Zollfahndungsämter und Generalzolldirektion unterschiedliche Funktionen haben.
Der Zoll bietet Interessierten sogar einen eigenen Selbst- und Wissenstest an, mit dem du überprüfen kannst, wie gut dein zöllnerisches Grundwissen bereits ist.
Der Ausbildungspark Verlag ist als Fachverlag auf die Vorbereitung auf Einstellungstests und Auswahlverfahren im öffentlichen Dienst spezialisiert. Neben dem Training typischer Testaufgaben lohnt es sich deshalb, auch den zukünftigen Arbeitgeber und seine wichtigsten Aufgaben zu kennen.
Fazit
Die Zollverwaltung ist eine bundesweit organisierte Verwaltung mit einer großen Bandbreite an Aufgaben. Die Generalzolldirektion übernimmt die zentrale operative Steuerung. Auf örtlicher Ebene arbeiten insbesondere die Hauptzollämter und Zollfahndungsämter.
Für Bewerber bietet diese Struktur viele Möglichkeiten. Du kannst über die Ausbildung im mittleren Zolldienst, das duale Studium im gehobenen Dienst oder je nach Qualifikation über spezielle Fachstellen einsteigen.
Deine spätere Tätigkeit kann von klassischer Sachbearbeitung über Kontroll-, Prüfungs- und Vollstreckungsaufgaben bis hin zu Ermittlungen oder spezialisierten Einsatzbereichen reichen. Wenn du einen abwechslungsreichen Arbeitgeber suchst, bei dem du dich im Laufe deiner Karriere fachlich weiterentwickeln und auch den Tätigkeitsbereich wechseln kannst, bietet dir die Zollverwaltung zahlreiche Perspektiven.
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