Assessment Center beim Zoll
Zoll-ABC
Wer sich auf eine Ausbildung oder ein duales Studium beim Zoll vorbereitet, stößt häufig auf den Begriff Assessment Center. Der Zoll selbst verwendet für seine Nachwuchskräfte allerdings überwiegend die Bezeichnung Auswahlverfahren beziehungsweise mündliches Auswahlverfahren. Wenn in Vorbereitungsmaterialien vom „Assessment Center beim Zoll“ die Rede ist, ist damit in der Regel der mündliche Teil des Auswahlverfahrens mit verschiedenen praktischen Übungen gemeint.
Das Auswahlverfahren besteht grundsätzlich aus einem schriftlichen und einem mündlichen Teil. Im schriftlichen Abschnitt stehen zunächst deine fachlichen und kognitiven Fähigkeiten im Vordergrund. Im mündlichen Teil möchte der Zoll anschließend genauer erfahren, wie du kommunizierst, argumentierst, mit anderen Menschen umgehst und in verschiedenen Situationen reagierst.
Inhalte:
Was erwartet dich im mündlichen Auswahlverfahren?
Das mündliche Auswahlverfahren besteht nicht einfach aus einem klassischen Vorstellungsgespräch. Die aktuellen Bewerbungsinformationen des Zolls nennen eine Kombination verschiedener Übungen. Dazu können Gruppendiskussion, Rollenspiel, Kurzvortrag zur Darstellung eines Sachverhalts und Interview gehören. Auf einer weiteren offiziellen Karriereseite nennt der Zoll außerdem eine Planungsaufgabe und eine Präsentation als mögliche Elemente des Bewerbungsverfahrens.
Welche Übungen dir tatsächlich begegnen, kann vom jeweiligen Karriereweg und Auswahlverfahren abhängen. Du solltest deshalb nicht davon ausgehen, dass jedes Auswahlverfahren exakt gleich aufgebaut ist. Entscheidend ist vielmehr, dass du dich auf unterschiedliche Situationen einstellen kannst.
Gerade darin liegt der typische Assessment-Center-Charakter: Es wird nicht nur überprüft, was du weißt. Der Zoll bekommt die Möglichkeit zu beobachten, wie du dich verhältst, wenn du diskutieren, etwas präsentieren, entscheiden oder auf eine andere Person reagieren musst.
Die Gruppendiskussion
Bei einer Gruppendiskussion bearbeitest du gemeinsam mit anderen Bewerberinnen und Bewerbern ein Thema oder eine Fragestellung. Dabei solltest du dich aktiv beteiligen, ohne das Gespräch an dich zu reißen.
Der größte Fehler besteht darin, die Aufgabe als Wettbewerb zu betrachten, bei dem du möglichst viel reden musst. Viel wichtiger ist eine sachliche und konstruktive Beteiligung. Höre anderen zu, greife sinnvolle Argumente auf und bringe deine eigene Meinung verständlich ein. Wenn du anderer Ansicht bist, kannst du widersprechen. Bleibe dabei aber respektvoll und begründe deine Position.
Du kannst damit mehrere Fähigkeiten gleichzeitig zeigen: Kommunikationsstärke, Teamfähigkeit, Argumentationsvermögen und die Fähigkeit, dich auch in einer Gruppe angemessen durchzusetzen.
Das Rollenspiel
Auch ein Rollenspiel kann Bestandteil des Auswahlverfahrens sein. Dabei wirst du mit einer vorgegebenen Situation konfrontiert und musst ein Gespräch führen beziehungsweise auf dein Gegenüber reagieren. Hier bringt es wenig, fertige Sätze auswendig zu lernen. Die konkrete Situation kann unterschiedlich gestaltet sein. Viel wichtiger ist eine grundsätzliche Strategie: Höre genau zu, bleibe ruhig, kommuniziere klar und versuche, das Problem sachlich zu lösen.
Im späteren Berufsalltag hast du je nach Einsatzgebiet Kontakt mit Reisenden, Unternehmen, Beschäftigten, Beteiligten an Kontrollen oder anderen Behörden. Dabei können durchaus Situationen entstehen, in denen dein Gegenüber ungeduldig, verärgert oder mit einer Entscheidung nicht einverstanden ist. Im Auswahlverfahren solltest du deshalb zeigen, dass du freundlich und bestimmt auftreten kannst, ohne unnötig aggressiv oder unsicher zu wirken.
Kurzvortrag und Präsentation
Auch das freie Sprechen kann geprüft werden. Der Zoll nennt in seinen Bewerbungsleitfäden einen Kurzvortrag zur Darstellung eines Sachverhalts als mögliche Übung. Dabei geht es nicht darum, wie ein professioneller Moderator aufzutreten. Entscheidend ist, dass du Informationen strukturiert erfassen und anschließend verständlich präsentieren kannst. Eine klare Gliederung hilft: Beginne mit einer kurzen Einführung, stelle danach die wichtigsten Punkte vor und komme am Ende zu einem nachvollziehbaren Ergebnis.
Besonders konkret sind die Angaben für das duale Studium Verwaltungsinformatik. Dort besteht der mündliche Teil nach aktuellen Angaben des Zolls aus einer persönlichen Vorstellung sowie einem Rollenspiel, einer Präsentation und einem Interview. Wenn du dich für Verwaltungsinformatik bewirbst, solltest du das Präsentieren deshalb gezielt trainieren.
Das Interview beim Zoll
Ein weiterer wichtiger Bestandteil ist das Interview. Hier geht es stärker um dich selbst, deine Motivation und deine Vorstellungen vom späteren Beruf. Du solltest erklären können, warum du ausgerechnet zum Zoll möchtest, warum du dich für deine gewählte Laufbahn entschieden hast und was du bereits über die Aufgaben der Zollverwaltung weißt. Ebenso können dein bisheriger Werdegang, deine Stärken oder persönliche Erfahrungen angesprochen werden.
Was wird im Assessment Center beobachtet?
Der Zoll veröffentlicht keine Checkliste nach dem Muster „Teamfähigkeit zählt 20 Prozent, Kommunikation 30 Prozent“. Solche konkreten Bewertungsschemata solltest du daher nicht aus unseriösen privaten Quellen übernehmen.
Aus den offiziell genannten Übungen lässt sich aber gut erkennen, worauf du vorbereitet sein solltest: Du musst Informationen verstehen, dich verständlich ausdrücken, mit anderen Personen zusammenarbeiten, deine eigene Position vertreten und auch unter Beobachtung ruhig und konzentriert handeln.
Versuche deshalb nicht, eine künstliche Rolle zu spielen. Personalauswahlverfahren sind gerade dafür gedacht, deine tatsächliche Eignung sichtbar zu machen. Wenn du beispielsweise im Rollenspiel besonders dominant auftrittst, obwohl das gar nicht deiner normalen Art entspricht, kann das schnell unnatürlich wirken.
Wie kannst du dich vorbereiten?
Das mündliche Auswahlverfahren lässt sich sehr gut trainieren. Besonders hilfreich ist es, Situationen tatsächlich durchzuspielen und nicht nur darüber zu lesen.
Übe beispielsweise, innerhalb weniger Minuten eine klare Position zu einem Thema zu entwickeln. Lass dir von Freunden oder Familienmitgliedern ein unbekanntes Thema geben und halte anschließend einen kurzen Vortrag. Trainiere Rollenspiele, bei denen dein Gesprächspartner unzufrieden oder anderer Meinung ist. Und beantworte typische Fragen zu deiner Motivation laut, statt deine Antworten nur gedanklich durchzugehen. Auch dein Wissen über den Zoll sollte sitzen.
Für die gezielte Vorbereitung auf Einstellungstest und mündliches Auswahlverfahren bietet der Ausbildungspark Verlag entsprechende Übungs- und Trainingsmaterialien an. Dabei kannst du nicht nur mögliche Gesprächssituationen kennenlernen, sondern vor allem üben, unter realistischen Bedingungen ruhig und strukturiert zu reagieren.
Fazit
Das häufig als Assessment Center beim Zoll bezeichnete Verfahren ist offiziell der mündliche Teil des Auswahlverfahrens. Dabei können unterschiedliche Übungen auf dich zukommen. Der Zoll nennt aktuell unter anderem Gruppendiskussion, Rollenspiel, Kurzvortrag und Interview. In weiteren offiziellen Karriereinformationen werden außerdem Planungsaufgabe und Präsentation genannt.
Beim dualen Studium Verwaltungsinformatik beschreibt der Zoll den mündlichen Teil besonders konkret: Dort präsentierst du deine Fähigkeiten in einem Rollenspiel, einer Präsentation und einem Interview.
Für deine Vorbereitung bedeutet das: Lerne nicht einfach fertige Antworten auswendig. Trainiere stattdessen freies Sprechen, argumentiere strukturiert, übe Gesprächssituationen und beschäftige dich intensiv mit dem Zoll. Dann bist du auch dann gut vorbereitet, wenn die konkrete Aufgabe im Auswahlverfahren anders aussieht als erwartet.
Unsere Empfehlungen für dich:
Auswahlverfahren Zoll
Bewerbung, Vorstellungsgespräch, Einstellungstest, Arbeitsprobe, Assessment Center, Erfahrungen
inkl. MwSt.
