Zollbeamter
Zoll-ABC
Zollbeamtinnen und Zollbeamte übernehmen zahlreiche Aufgaben für den Bund. Sie kontrollieren Waren, erheben Abgaben, bekämpfen Schwarzarbeit und illegale Beschäftigung, prüfen Unternehmen oder wirken an der Bekämpfung von Zollkriminalität mit. Je nach Einsatzbereich arbeitest du im Büro, im Außendienst, an Flughäfen, auf Straßen, in Unternehmen oder bei spezialisierten Einheiten.
Der Beruf ist deshalb wesentlich vielseitiger, als das bekannte Bild der Gepäckkontrolle am Flughafen vermuten lässt. Gleichzeitig besitzt du als Zollbeamter einen besonderen rechtlichen Status. Du bist nicht einfach Arbeitnehmer einer Behörde, sondern stehst in einem besonderen Dienst- und Treueverhältnis zum Staat. Damit sind besondere Rechte, aber auch Pflichten verbunden.
Inhalte:
- Was macht ein Zollbeamter?
- Innen- oder Außendienst?
- Wie wirst du Zollbeamter?
- Beamter auf Widerruf während der Ausbildung
- Nach der Ausbildung: Beamter auf Probe
- Was ist das Besondere am Beamtenstatus?
- Besoldung statt Gehalt
- Muss ein Zollbeamter Uniform tragen?
- Trägt jeder Zollbeamte eine Waffe?
- Welche Eigenschaften brauchst du?
- Nicht alle Beschäftigten beim Zoll sind Beamte
- Entwicklungsmöglichkeiten als Zollbeamter
- Erst das Auswahlverfahren bestehen
- Fazit
Was macht ein Zollbeamter?
Die Aufgaben hängen stark davon ab, wo du innerhalb der Zollverwaltung eingesetzt wirst.
Ein Zollbeamter kann beispielsweise Einfuhrabgaben bearbeiten, Waren kontrollieren oder Unternehmen prüfen. Andere Beschäftigte arbeiten bei der Finanzkontrolle Schwarzarbeit und überprüfen, ob Arbeitgeber ihre sozialversicherungsrechtlichen Pflichten erfüllen oder ob illegale Beschäftigung vorliegt.
Weitere Tätigkeitsfelder findest du in der Vollstreckung, der Ahndung oder in spezialisierten Bereichen.
Auch die Zollfahndung, der Wasserzoll oder besondere operative Einheiten bieten langfristig interessante Entwicklungsmöglichkeiten.
Du solltest deshalb nicht davon ausgehen, dass jeder Zollbeamte dieselben Aufgaben übernimmt. Innerhalb einer langen Karriere kannst du unterschiedliche Tätigkeitsbereiche kennenlernen und dich später fachlich spezialisieren.
Innen- oder Außendienst?
Beides ist möglich.
In vielen Bereichen besteht die Arbeit überwiegend aus Sachbearbeitung. Du prüfst Unterlagen, bearbeitest Vorgänge, wendest Rechtsvorschriften an und triffst Entscheidungen.
Andere Tätigkeiten führen dich regelmäßig in den Außendienst. Bei Kontrollen können beispielsweise Fahrzeuge, Waren oder Betriebe überprüft werden. Auch Ermittlungs- und Vollstreckungsaufgaben können außerhalb einer Dienststelle stattfinden.
Selbst bei einem Einsatz im Außendienst gehört aber häufig Büroarbeit dazu. Kontrollergebnisse müssen dokumentiert, Sachverhalte ausgewertet und weitere Maßnahmen vorbereitet werden.
Der Beruf besteht deshalb selten ausschließlich aus spektakulären Kontrollen.
Wie wirst du Zollbeamter?
Für Schulabgänger führen vor allem zwei klassische Wege in die Beamtenlaufbahn des Zolls: die Ausbildung im mittleren Zolldienst und das duale Studium im gehobenen Zolldienst.
Die Ausbildung im mittleren Dienst dauert zwei Jahre. Dabei wechseln sich fachtheoretische Unterrichtsabschnitte mit praktischen Ausbildungsphasen ab.
Für den gehobenen Dienst absolvierst du ein dreijähriges duales Studium. Auch hier werden theoretische Studienabschnitte und berufspraktische Zeiten miteinander verbunden.
Bevor du einen dieser Wege beginnen kannst, musst du die jeweiligen formalen Voraussetzungen erfüllen und das Auswahlverfahren erfolgreich bestehen.
Beamter auf Widerruf während der Ausbildung
Bereits während deiner Ausbildung oder deines dualen Studiums besitzt du einen Beamtenstatus.
Du wirst zunächst Beamtin oder Beamter auf Widerruf. In dieser Phase wirst du häufig auch als Anwärter bezeichnet.
Das Beamtenverhältnis auf Widerruf ist auf deinen Vorbereitungsdienst ausgerichtet. Du erhältst Anwärterbezüge und wirst gezielt auf die spätere Laufbahn vorbereitet.
Das bedeutet aber nicht, dass deine Beamtenkarriere bereits dauerhaft gesichert ist. Du musst Ausbildung oder Studium erfolgreich absolvieren und die vorgesehenen Prüfungen bestehen.
Nach der Ausbildung: Beamter auf Probe
Nach einem erfolgreichen Abschluss und der vorgesehenen Übernahme folgt normalerweise die Ernennung zur Beamtin oder zum Beamten auf Probe.
Jetzt bist du nicht mehr in der Ausbildung, sondern arbeitest regulär auf deinem Dienstposten. Während der Probezeit sollst du zeigen, dass du dich fachlich und persönlich im Beamtenverhältnis bewährst.
Die regelmäßige Probezeit für Bundesbeamte beträgt grundsätzlich drei Jahre.
Wenn du dich während dieser Zeit bewährst und die weiteren Voraussetzungen erfüllst, kann anschließend die Ernennung zur Beamtin oder zum Beamten auf Lebenszeit erfolgen.
Der typische Weg sieht damit vereinfacht so aus:
Beamter auf Widerruf während des Vorbereitungsdienstes, Beamter auf Probe nach erfolgreichem Abschluss und später Beamter auf Lebenszeit.
Was ist das Besondere am Beamtenstatus?
Beamtinnen und Beamte stehen in einem besonderen Dienst- und Treueverhältnis zum Staat. Für Zollbeamte ist das besonders relevant, weil sie hoheitliche Aufgaben wahrnehmen können.
Je nach Tätigkeit darfst du beispielsweise Kontrollen durchführen, Entscheidungen auf Grundlage gesetzlicher Vorschriften treffen oder an Maßnahmen mitwirken, die in Rechte von Bürgern und Unternehmen eingreifen.
Damit erhältst du besondere Befugnisse. Gleichzeitig gelten besondere Pflichten.
Du musst deine Aufgaben unparteiisch und gerecht erfüllen, die freiheitliche demokratische Grundordnung achten und dich verfassungstreu verhalten.
Auch das Streikrecht unterscheidet Beamte von Tarifbeschäftigten. Bundesbeamte dürfen nicht streiken.
Besoldung statt Gehalt
Als Zollbeamter erhältst du keine gewöhnliche arbeitsvertragliche Vergütung. Deine Bezahlung wird als Besoldung bezeichnet und richtet sich nach den gesetzlichen Regelungen für Bundesbeamte.
Die Höhe hängt insbesondere von deinem Amt und deiner Besoldungsgruppe ab. Im Laufe deiner Karriere können Beförderungen zu höheren Ämtern und damit auch zu einer höheren Besoldung führen.
Während des Vorbereitungsdienstes erhältst du dagegen Anwärterbezüge.
Die konkrete Höhe kann sich durch Besoldungsanpassungen verändern. Deshalb solltest du für aktuelle Beträge immer den jeweiligen Einstellungsjahrgang beziehungsweise die aktuellen Angaben des Bundes berücksichtigen.
Muss ein Zollbeamter Uniform tragen?
Nicht jeder Zollbeamte trägt jeden Tag Dienstkleidung.
In bestimmten Kontroll- und Vollzugsbereichen gehört die Uniform zum Arbeitsalltag. Dadurch sind die Beschäftigten bei hoheitlichen Maßnahmen eindeutig als Angehörige des Zolls erkennbar.
In vielen Verwaltungs- und Fachbereichen wird dagegen in Zivilkleidung gearbeitet.
Wenn du dich für die klassischen Beamtenlaufbahnen beim Zoll bewirbst, solltest du grundsätzlich bereit sein, Dienstkleidung zu tragen. Welchen Anteil die Uniform später an deinem Berufsalltag hat, hängt von deiner Verwendung ab.
Trägt jeder Zollbeamte eine Waffe?
Auch hier lautet die Antwort: nein.
Es gibt beim Zoll waffenführende und nicht waffenführende Tätigkeiten. Bei bestimmten Kontroll-, Vollzugs- oder Einsatzaufgaben kann das Tragen einer Dienstwaffe notwendig sein.
In anderen Bereichen spielt eine Waffe im Arbeitsalltag überhaupt keine Rolle.
Als Bewerber für die klassischen Zoll-Laufbahnen solltest du aber grundsätzlich dazu bereit sein, auch einen Einsatzbereich zu übernehmen, in dem eine Waffe getragen wird.
Welche Eigenschaften brauchst du?
Für den Beruf solltest du zuverlässig und verantwortungsbewusst sein. Zollbeamte arbeiten häufig mit gesetzlichen Regelungen und müssen Entscheidungen sorgfältig vorbereiten.
Auch Kommunikationsfähigkeit ist wichtig. Bei Kontrollen oder im Kontakt mit Bürgern und Unternehmen musst du verständlich erklären können, was du tust und warum eine bestimmte Maßnahme erforderlich ist.
In schwierigen Situationen solltest du sachlich bleiben und dich nicht provozieren lassen.
Darüber hinaus helfen dir:
- sorgfältiges und genaues Arbeiten
- Verantwortungsbewusstsein
- Teamfähigkeit
- Belastbarkeit
- gutes Sprachverständnis
- Interesse an rechtlichen und wirtschaftlichen Zusammenhängen
- Bereitschaft, Neues zu lernen
Je nach späterem Einsatzbereich können zusätzliche Fähigkeiten gefragt sein.
Nicht alle Beschäftigten beim Zoll sind Beamte
Der Begriff Zollbeamter wird häufig allgemein für Menschen verwendet, die beim Zoll arbeiten. Tatsächlich beschäftigt die Zollverwaltung aber auch Tarifbeschäftigte.
Das betrifft beispielsweise verschiedene Fachkräfte und Beschäftigte in technischen, administrativen oder informationstechnischen Bereichen.
Tarifbeschäftigte haben einen Arbeitsvertrag und werden nach den tarifrechtlichen Regelungen des öffentlichen Dienstes bezahlt. Sie besitzen keinen Beamtenstatus.
Wenn du ausdrücklich Zollbeamter werden möchtest, solltest du deshalb auf einen Karriereweg achten, der in eine entsprechende Beamtenlaufbahn führt.
Entwicklungsmöglichkeiten als Zollbeamter
Mit deiner ersten Verwendung ist deine berufliche Entwicklung nicht abgeschlossen.
Innerhalb deiner Laufbahn kannst du dich auf andere Dienstposten bewerben, zusätzliche Qualifikationen erwerben und bei entsprechender Eignung, Befähigung und fachlicher Leistung befördert werden.
Auch Spezialisierungen sind möglich. Je nach Laufbahn, Berufserfahrung und persönlichen Voraussetzungen können beispielsweise Zollfahndung, Wasserzoll oder besondere operative Bereiche interessant werden.
Unter bestimmten Voraussetzungen bestehen außerdem Möglichkeiten, sich für einen Aufstieg in eine höhere Laufbahn zu qualifizieren.
Erst das Auswahlverfahren bestehen
Bevor du Zollbeamter wirst, musst du zunächst das Auswahlverfahren erfolgreich absolvieren.
Hier wird geprüft, ob du die erforderlichen Kenntnisse und Fähigkeiten für die gewünschte Laufbahn mitbringst. Neben schriftlichen Aufgaben können auch mündliche Elemente dazugehören.
Der Ausbildungspark Verlag ist als Fachverlag auf die Vorbereitung auf Einstellungstests und Auswahlverfahren im öffentlichen Dienst spezialisiert. Wenn du typische Testbereiche frühzeitig trainierst und dich gleichzeitig mit den Aufgaben des Zolls beschäftigst, kannst du deutlich besser vorbereitet in das Verfahren starten.
Fazit
Als Zollbeamter arbeitest du für den Bund und kannst zahlreiche unterschiedliche hoheitliche Aufgaben übernehmen. Dein Berufsalltag kann von klassischer Sachbearbeitung über Kontrollen und Prüfungen bis hin zu Ermittlungs- oder Spezialaufgaben reichen.
Für Schulabgänger führen insbesondere die Ausbildung im mittleren Zolldienst und das duale Studium im gehobenen Zolldienst in die Beamtenlaufbahn. Während des Vorbereitungsdienstes bist du zunächst Beamter auf Widerruf. Nach erfolgreichem Abschluss kann die Ernennung zum Beamten auf Probe und später zum Beamten auf Lebenszeit folgen.
Der Beruf bietet damit nicht nur einen besonderen Status und langfristige berufliche Perspektiven, sondern auch viel Verantwortung. Wenn du sorgfältig arbeitest, dich für staatliche Aufgaben interessierst und bereit bist, deine Befugnisse verantwortungsbewusst einzusetzen, kann die Laufbahn als Zollbeamtin oder Zollbeamter gut zu dir passen.
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