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Wunschdienstort beim Zoll

Zoll-ABC

Möglichst nah am Wohnort arbeiten, in der Heimatregion bleiben oder nach der Ausbildung in eine bestimmte Stadt ziehen: Der Wunschdienstort ist für viele Bewerber beim Zoll ein wichtiges Thema. Die gute Nachricht ist, dass der Zoll bundesweit vertreten ist und dir damit zahlreiche mögliche Einsatzorte bietet. Einen Anspruch darauf, während deiner gesamten Karriere genau an deinem bevorzugten Ort eingesetzt zu werden, hast du allerdings nicht.

Schon bei der Bewerbung kannst du beeinflussen, welche Region für dich besonders interessant ist. Später spielen neben deinen persönlichen Wünschen aber auch freie Stellen, Personalbedarf und deine konkrete Verwendung eine Rolle. Deshalb solltest du zwischen deinem Ausbildungshauptzollamt, den Ausbildungsorten und deinem späteren Dienstort unterscheiden.

Bei welchem Hauptzollamt bewirbst du dich?

Für die Ausbildung im mittleren Zolldienst und das duale Studium im gehobenen Zolldienst kannst du dich grundsätzlich bei einem Hauptzollamt deiner Wahl bewerben. Die Ausbildungsmöglichkeiten sind bundesweit verteilt.

Damit hast du bereits bei der Bewerbung eine wichtige Entscheidung zu treffen. Wenn du beispielsweise im Rhein-Main-Gebiet bleiben möchtest, kannst du dir die dortigen Ausbildungshauptzollämter ansehen. Möchtest du dagegen bewusst in eine andere Region ziehen, kannst du dich auch bei einem weiter entfernten Hauptzollamt bewerben.

Das gewählte Hauptzollamt ist für dein Bewerbungs- und Auswahlverfahren von großer Bedeutung und begleitet dich auch während der praktischen Ausbildungsabschnitte.

Ausbildungshauptzollamt ist nicht gleich einzelner Arbeitsplatz

Ein Hauptzollamt besteht nicht zwangsläufig nur aus einem einzigen Gebäude an einem Standort. Zu seinem Bezirk können weitere Zollämter und Dienststellen gehören.

Deshalb solltest du nicht allein auf den Namen des Hauptzollamts schauen. Informiere dich auch darüber, welche Orte zu dessen Zuständigkeitsbereich gehören.

Wenn du dich beispielsweise bei einem Hauptzollamt bewirbst, bedeutet das nicht automatisch, dass jede praktische Ausbildungsphase genau in der Stadt stattfindet, die im Namen des Hauptzollamts steht.

Während der Praxis lernst du verschiedene Arbeitsbereiche kennen. Dafür können auch unterschiedliche Dienststellen innerhalb des jeweiligen Zuständigkeitsbereichs genutzt werden.

Theorie kann weit vom Wunschort entfernt stattfinden

Dein Ausbildungshauptzollamt solltest du außerdem nicht mit dem Ort des theoretischen Unterrichts verwechseln.

Die Ausbildung im mittleren Dienst besteht aus theoretischen und praktischen Abschnitten. Für die fachtheoretische Ausbildung gibt es zentrale Bildungsstandorte. Deshalb kann es vorkommen, dass du für längere Ausbildungsabschnitte deutlich weiter von deinem Wohnort entfernt bist.

Beim dualen Studium im gehobenen Zolldienst finden die Fachstudien zentral statt. Auch hier gehört räumliche Flexibilität deshalb zur Ausbildung.

Wenn dir ein heimatnaher Dienstort wichtig ist, solltest du diesen Unterschied kennen: Ein Hauptzollamt in deiner Region bedeutet nicht, dass du während der gesamten zwei- oder dreijährigen Ausbildungszeit jeden Abend zu Hause sein kannst.

Wo finden die Praxisphasen statt?

Die praktischen Ausbildungsabschnitte absolvierst du überwiegend im Bereich deines Ausbildungshauptzollamts und an den zugehörigen Dienststellen. Dabei lernst du verschiedene Aufgaben des Zolls kennen.

Das ist für deine spätere Karriere hilfreich, weil du dadurch unterschiedliche Tätigkeitsfelder erlebst. Vielleicht stellst du fest, dass dir Kontrollaufgaben besonders liegen. Vielleicht interessieren dich die Finanzkontrolle Schwarzarbeit, die Abgabenerhebung oder andere Bereiche mehr.

Für deinen Wunschdienstort bedeutet das allerdings auch, dass während der Ausbildung nicht nur dein Wohnort entscheidend ist. Die Ausbildung soll dir möglichst unterschiedliche praktische Erfahrungen ermöglichen.

Bekommst du nach der Ausbildung deinen Wunschdienstort?

Nach erfolgreichem Abschluss möchtest du wahrscheinlich wissen, wo du dauerhaft eingesetzt wirst.

Persönliche Wünsche können bei der Planung eine Rolle spielen. Eine Garantie für einen bestimmten Ort gibt es jedoch nicht. Der Zoll muss seine Nachwuchskräfte dort einsetzen, wo geeignete Dienstposten vorhanden sind und Personal benötigt wird.

Es kann deshalb vorkommen, dass deine Wunschverwendung oder dein bevorzugter Standort nicht unmittelbar verfügbar ist.

Das bedeutet nicht, dass deine Wünsche grundsätzlich ignoriert werden. Du solltest aber damit rechnen, dass die dienstlichen Möglichkeiten ebenfalls berücksichtigt werden müssen.

Wunschort und Wunschaufgabe können sich widersprechen

Bei der Planung deiner Karriere musst du möglicherweise Prioritäten setzen.

Angenommen, du möchtest unbedingt in deiner Heimatstadt bleiben und gleichzeitig ausschließlich in einem sehr speziellen Tätigkeitsbereich arbeiten. Wenn dieser Bereich dort keine freie Stelle hat, lassen sich beide Wünsche möglicherweise nicht gleichzeitig erfüllen.

Dann musst du überlegen, was dir wichtiger ist: der Standort oder die gewünschte Tätigkeit.

Wer fachlich und regional etwas flexibel ist, hat häufig mehr Möglichkeiten. Gerade zu Beginn deiner Karriere kann es sinnvoll sein, zunächst Berufserfahrung zu sammeln und einen späteren Wechsel anzustreben.

Nicht jedes Sachgebiet gibt es überall

Auch die Aufgabenverteilung der Zollverwaltung solltest du beachten. Nicht jedes Hauptzollamt verfügt automatisch über jedes denkbare Sachgebiet oder jede Spezialverwendung.

Besonders spezielle Bereiche sind nur an bestimmten Standorten vorhanden. Das gilt beispielsweise für einige maritime, technische oder operative Tätigkeiten.

Wenn du langfristig unbedingt in einen solchen Bereich möchtest, kann deshalb ein Ortswechsel erforderlich werden.

Umgekehrt bietet ein größeres Hauptzollamt mit verschiedenen Dienststellen möglicherweise viele unterschiedliche Tätigkeitsfelder innerhalb derselben Region.

Verwaltungsinformatik: Erst- und Zweitwunsch

Beim dualen Studium Verwaltungsinformatik wird der gewünschte spätere Einsatzort bereits besonders konkret berücksichtigt.

In der Bewerbung kannst du einen bevorzugten Einsatzort als Erstwunsch sowie einen alternativen Einsatzort als Zweitwunsch angeben.

Das zeigt, dass Standortpräferenzen durchaus eine Rolle spielen können. Trotzdem solltest du auch hier eine gewisse Flexibilität mitbringen. Die tatsächlichen Einsatzmöglichkeiten hängen vom Personalbedarf und den verfügbaren Kapazitäten ab.

Gerade bei IT-Tätigkeiten kann es sinnvoll sein, nicht nur einen einzigen Ort in Betracht zu ziehen.

Kannst du später den Dienstort wechseln?

Dein erster Dienstort muss nicht dein Dienstort für das gesamte Berufsleben bleiben.

Innerhalb einer langen Zollkarriere kannst du dich auf andere Dienstposten bewerben oder eine Versetzung anstreben. Dadurch kann später auch ein Wechsel in eine andere Region möglich werden.

Vielleicht beginnst du deine Karriere zunächst weiter von deinem Heimatort entfernt und findest einige Jahre später eine passende Stelle in deiner Wunschregion. Ebenso kann sich deine persönliche Situation verändern und ein anderer Standort für dich interessanter werden.

Eine Versetzung ist allerdings auch später nicht automatisch garantiert. Es müssen ein geeigneter Dienstposten und die entsprechenden dienstlichen Voraussetzungen vorhanden sein.

Bundesweite Flexibilität kann Vorteile bringen

Der Zoll ist mit Hauptzollämtern, Zollfahndungsämtern und der Generalzolldirektion im gesamten Bundesgebiet vertreten. Dadurch ergeben sich grundsätzlich viele Möglichkeiten für einen späteren Standortwechsel.

Wenn du bereit bist, für eine interessante Tätigkeit umzuziehen, erweiterst du deine beruflichen Möglichkeiten zusätzlich.

Das kann beispielsweise interessant sein, wenn du dich später spezialisieren, in die Zollfahndung wechseln oder eine höherwertige Aufgabe übernehmen möchtest.

Regional flexibel zu sein bedeutet deshalb nicht nur, Nachteile in Kauf zu nehmen. Es kann dir auch neue Karrierewege eröffnen.

Wunschdienstort im Vorstellungsgespräch

Wenn im Auswahlverfahren nach deiner räumlichen Flexibilität gefragt wird, solltest du ehrlich antworten.

Du musst nicht behaupten, dass dir völlig egal ist, wo du später arbeitest, wenn du tatsächlich gern in deiner Heimatregion bleiben möchtest. Gleichzeitig solltest du zeigen, dass du die Struktur einer bundesweit tätigen Verwaltung verstanden hast.

Eine sinnvolle Antwort könnte beispielsweise deutlich machen, dass du einen bevorzugten Standort hast, für interessante Tätigkeiten oder notwendige Ausbildungsabschnitte aber grundsätzlich flexibel bist.

Weniger überzeugend wäre die Erwartung, ausschließlich an einer einzigen Dienststelle arbeiten zu wollen und jeden anderen Einsatz grundsätzlich abzulehnen.

Vor der Bewerbung Standorte vergleichen

Wenn dir der Standort besonders wichtig ist, solltest du dich bereits vor der Bewerbung mit den verschiedenen Ausbildungshauptzollämtern beschäftigen.

Schau dir nicht nur die Entfernung zu deinem Wohnort an. Interessant sind auch der Zuständigkeitsbereich, die vorhandenen Dienststellen und die möglichen Tätigkeitsfelder.

Überlege außerdem, wie weit du täglich pendeln würdest und ob ein späterer Umzug grundsätzlich infrage kommt.

So vermeidest du, dass du erst nach einer erfolgreichen Bewerbung feststellst, dass deine Vorstellungen vom Standort nicht zu den tatsächlichen Ausbildungsbedingungen passen.

Fazit

Beim Zoll kannst du bereits mit der Wahl deines Ausbildungshauptzollamts Einfluss auf die Region nehmen, in der ein wichtiger Teil deiner Ausbildung oder deines dualen Studiums stattfindet. Die theoretischen Ausbildungs- und Studienabschnitte können jedoch an zentralen Bildungsstandorten stattfinden und damit deutlich weiter von deinem Wohnort entfernt sein.

Auch nach dem Abschluss ist dein bevorzugter Dienstort keine automatische Garantie. Freie Dienstposten, Personalbedarf, Laufbahn und gewünschter Tätigkeitsbereich müssen zusammenpassen.

Bleib deshalb möglichst flexibel. Ein erster Einsatz an einem anderen Ort bedeutet nicht, dass du dort deine gesamte Karriere verbringen musst. Durch spätere Bewerbungen auf andere Dienstposten und mögliche Versetzungen können sich neue Standorte ergeben.

Wenn dir eine bestimmte Region besonders wichtig ist, solltest du die vorhandenen Hauptzollämter und Dienststellen bereits vor deiner Bewerbung genau prüfen. So kannst du deine Standortwünsche von Anfang an realistisch in deine Karriereplanung beim Zoll einbeziehen.

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