Eigensicherung und Bewaffnung beim Zoll (ESB-Lehrgang)
Zoll-ABC
Wenn du später in einem waffenführenden Bereich des Zolls arbeiten möchtest, reicht die reguläre Ausbildung im mittleren Zolldienst beziehungsweise das duale Studium allein nicht aus. Für solche Tätigkeiten gelten zusätzliche Anforderungen an deine körperliche Eignung und an deine Qualifikation für den sicheren Einsatz von Waffen und anderen Einsatzmitteln. Bereits auf der offiziellen Ausbildungsseite weist der Zoll darauf hin, dass ein zusätzlicher Sporttest sowie spätere Fortbildungen Voraussetzungen für Tätigkeiten in waffenführenden Bereichen sein können.
In diesem Zusammenhang begegnet dir auch die Bezeichnung Eigensicherung und Bewaffnung, häufig als ESB bezeichnet. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Zollbedienstete auch in schwierigen oder gefährlichen Einsatzsituationen sicher, rechtmäßig und kontrolliert handeln.
Inhalte:
Eigensicherung bedeutet mehr als Waffentraining
Bei der Eigensicherung geht es keineswegs nur darum, den Umgang mit einer Dienstwaffe zu lernen. Zollbedienstete in Vollzugsbereichen können bei Kontrollen, Durchsuchungen oder anderen Maßnahmen auf aggressive oder unberechenbare Personen treffen. Entsprechend wichtig ist es, Gefahren frühzeitig zu erkennen und angemessen darauf zu reagieren.
Das Bundesministerium der Finanzen beschreibt für waffenführende Beschäftigte ein umfangreiches Schieß- und Einsatztraining. Dazu gehören unter anderem Deeskalationsstrategien, Einsatztaktiken und Einsatztechniken. Durch regelmäßiges Training sollen Handlungssicherheit und Stressresistenz verbessert werden, damit Zollbedienstete auch in belastenden Situationen angemessen reagieren können.
Auch allgemeiner Dienstsport und waffenlose Selbstverteidigung gehören zu diesem Trainingskonzept. Eigensicherung ist damit ein Zusammenspiel aus körperlicher Fitness, Kommunikation, taktischem Verhalten und sicherem Umgang mit Einsatzmitteln.
Sicherer Umgang mit der Dienstwaffe
Wer beim Zoll eine Schusswaffe trägt, übernimmt eine besondere Verantwortung. Deshalb muss der Umgang damit intensiv trainiert werden. Das Bundesfinanzministerium beschreibt die Schießausbildung und Schießfortbildung als festen Bestandteil der Qualifizierung waffenführender Zollbediensteter.
Dabei geht es nicht nur darum, ein Ziel zu treffen. Entscheidend ist, eine Waffe sicher zu handhaben und in einer Einsatzsituation rechtlich und taktisch korrekt zu reagieren. Ebenso wichtig ist die Fähigkeit, eine Situation möglichst ohne den Einsatz unmittelbaren Zwangs zu lösen. Deshalb spielen Deeskalation und taktisches Verhalten eine wichtige Rolle im Einsatztraining.
Training unter möglichst realistischen Bedingungen
Der Zoll baut sein Einsatztraining derzeit weiter aus. Das Bundesministerium der Finanzen hat den Aufbau von elf neuen Einsatztrainingszentren hervorgehoben. Dort sollen waffenführende Zollbedienstete künftig bundesweit unter modernen und möglichst einsatznahen Bedingungen trainieren können.
Das zeigt, welchen Stellenwert Eigensicherung inzwischen innerhalb der Zollverwaltung besitzt. Gerade bei der Bekämpfung von Schmuggel, Schwarzarbeit oder anderer Kriminalität können Beschäftigte mit Situationen konfrontiert werden, in denen professionelles Einsatzverhalten entscheidend ist.
Musst du den ESB-Lehrgang schon während der Ausbildung absolvieren?
Nicht jede Zöllnerin und jeder Zöllner wird automatisch in einem waffenführenden Bereich eingesetzt. Für entsprechende Tätigkeiten kommen zusätzliche Voraussetzungen und Qualifizierungen hinzu. Die aktuelle Ausbildungsseite des Zolls nennt beispielsweise einen zusätzlichen Sporttest als Voraussetzung für eine spätere Tätigkeit in waffenführenden Bereichen und weist außerdem auf weitere Fortbildungen hin.
Die öffentlich zugänglichen offiziellen Quellen nennen derzeit jedoch keinen allgemein verbindlichen Ablauf mit einer festen Dauer und einem detaillierten Stundenplan für einen sogenannten ESB-Lehrgang. Angaben zu einer bestimmten Zahl von Lehrgangswochen oder zu exakt festgelegten Einzelprüfungen sollten deshalb nicht ohne aktuelle offizielle Grundlage übernommen werden.
Fazit
Eigensicherung und Bewaffnung beim Zoll bereiten waffenführende Beschäftigte darauf vor, auch in schwierigen Einsatzsituationen sicher und professionell zu handeln. Dazu gehören Schieß- und Einsatztraining, Deeskalation, taktisches Verhalten, Dienstsport und waffenlose Selbstverteidigung.
Wenn du nach deiner Ausbildung oder deinem dualen Studium in einem waffenführenden Bereich arbeiten möchtest, musst du zusätzliche Anforderungen erfüllen und entsprechende Qualifizierungen absolvieren. Dabei steht nicht allein das Tragen einer Dienstwaffe im Mittelpunkt. Entscheidend ist, Gefahren richtig einzuschätzen, rechtmäßig zu handeln und dich sowie andere Beteiligte im Einsatz bestmöglich zu schützen.
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