Ausbildung beim Zoll
Zoll-ABC
Die Ausbildung beim Zoll ist der klassische Einstieg in den mittleren Zolldienst. Wenn du nach der Schule nicht nur im Büro sitzen möchtest, sondern dir eine Mischung aus Verwaltung, Recht, Kontrollen und praktischer Arbeit vorstellen kannst, bietet dir diese Laufbahn viele Möglichkeiten. Die Ausbildung dauert zwei Jahre und verbindet theoretischen Unterricht mit umfangreichen Praxisphasen.
Nach erfolgreichem Abschluss kannst du in ganz unterschiedlichen Bereichen der Zollverwaltung eingesetzt werden. Dazu gehören beispielsweise die Abfertigung von Waren, die Erhebung von Steuern und Zöllen, Kontrollen oder Aufgaben bei der Finanzkontrolle Schwarzarbeit. Der Zoll ist bundesweit mit Hauptzollämtern, Zollfahndungsämtern und der Generalzolldirektion vertreten.
Inhalte:
- Welche Voraussetzungen brauchst du für die Ausbildung?
- Sport gehört ebenfalls zu den Voraussetzungen
- Wie läuft die Ausbildung beim Zoll ab?
- Was macht ein Zollbeamter im mittleren Dienst?
- Das Auswahlverfahren vor der Ausbildung
- Wann kannst du dich bewerben?
- Was verdienst du während der Ausbildung?
- Wie geht es nach der Ausbildung weiter?
- Ausbildung oder duales Studium beim Zoll?
- Fazit
Welche Voraussetzungen brauchst du für die Ausbildung?
Für die Ausbildung im mittleren Dienst benötigst du grundsätzlich mindestens einen Realschulabschluss oder einen als gleichwertig anerkannten Bildungsstand. Auch mit Hauptschulabschluss ist ein Einstieg möglich, wenn du zusätzlich eine abgeschlossene mindestens zweijährige anerkannte Berufsausbildung vorweisen kannst.
Daneben gelten weitere persönliche Voraussetzungen. Zum Ausbildungsbeginn darfst du grundsätzlich nicht älter als 49 Jahre sein. Außerdem müssen die beamtenrechtlichen Voraussetzungen erfüllt sein. Dazu gehört unter anderem, dass du die deutsche Staatsangehörigkeit oder eine nach den geltenden Vorgaben zulässige Staatsangehörigkeit besitzt.
Auch deine gesundheitliche Eignung spielt eine Rolle. Darüber hinaus musst du bereit sein, Dienstkleidung und gegebenenfalls eine Dienstwaffe zu tragen sowie im Schichtdienst zu arbeiten, wenn dein späterer Einsatzbereich dies verlangt. Die genauen Anforderungen solltest du vor deiner Bewerbung immer noch einmal auf der aktuellen Karriereseite des Zolls prüfen.
Sport gehört ebenfalls zu den Voraussetzungen
Für die Ausbildung im mittleren Zolldienst verlangt der Zoll das Deutsche Sportabzeichen mindestens in Bronze. Nach den aktuellen FAQ muss der entsprechende Nachweis spätestens bis zum 15. Juni des Einstellungsjahres vorliegen. Die Abnahme des Sportabzeichens solltest du deshalb nicht erst kurz vor Ausbildungsbeginn einplanen. Wenn dir einzelne Disziplinen schwerfallen, ist es sinnvoll, rechtzeitig mit dem Training zu beginnen und einen Abnahmetermin zu organisieren.
Wie läuft die Ausbildung beim Zoll ab?
Die zweijährige Ausbildung besteht zu ungefähr gleichen Teilen aus Theorie und Praxis. Insgesamt absolvierst du rund ein Jahr theoretischen Unterricht und ein Jahr praktische Ausbildung. In den theoretischen Abschnitten lernst du die rechtlichen und fachlichen Grundlagen kennen, die du später im Zolldienst benötigst. Dabei geht es nicht nur um klassisches Zollrecht. Als Beschäftigter einer Bundesverwaltung musst du lernen, Vorschriften zu verstehen, Sachverhalte rechtlich einzuordnen und Entscheidungen nachvollziehbar zu treffen.
Die praktischen Phasen zeigen dir anschließend, wie diese Kenntnisse im Berufsalltag eingesetzt werden. Du lernst verschiedene Tätigkeitsbereiche kennen und bekommst einen realistischen Eindruck davon, wie unterschiedlich die Arbeit beim Zoll sein kann. Genau diese Verbindung macht die Ausbildung abwechslungsreich: Was du im Unterricht lernst, begegnet dir später in der Praxis wieder.
Was macht ein Zollbeamter im mittleren Dienst?
Der Zoll schützt unter anderem die finanziellen Interessen des Staates, überwacht Warenströme und trägt dazu bei, dass gesetzliche Verbote und Beschränkungen eingehalten werden. Außerdem bekämpft er Schwarzarbeit und illegale Beschäftigung sowie verschiedene Formen grenzüberschreitender Kriminalität.
Nach deiner Ausbildung stehen dir also viele Einsatzmöglichkeiten offen. Die Aufgaben des Zolls reichen deutlich weiter als die bekannte Kontrolle von Reisenden und Gepäck. Je nach Dienststelle kannst du später mehr im Büro, im direkten Kontakt mit Unternehmen und Bürgern oder im Außendienst tätig sein.
Das Auswahlverfahren vor der Ausbildung
Bevor du deine Ausbildung beginnen kannst, musst du das Auswahlverfahren erfolgreich durchlaufen. Der Zoll teilt dieses grundsätzlich in einen schriftlichen und einen mündlichen Teil auf.
Im schriftlichen Auswahlverfahren werden verschiedene Fähigkeiten geprüft, die für die Ausbildung und den späteren Berufsalltag wichtig sind. Dazu gehören unter anderem sprachliche, mathematische und allgemeine Kenntnisse. Auch das genaue Erfassen und Bearbeiten von Sachverhalten kann eine Rolle spielen. Wenn du den schriftlichen Abschnitt erfolgreich absolvierst und im weiteren Verfahren berücksichtigt wirst, folgt der mündliche Teil. Dort geht es stärker um deine persönliche Eignung, deine Kommunikation, deine Motivation und darum, wie du dich in unterschiedlichen Situationen verhältst.
In der Vorbereitung solltest du deshalb beide Bereiche berücksichtigen. Es reicht nicht, ausschließlich Matheaufgaben zu üben. Du solltest auch wissen, welche Aufgaben der Zoll übernimmt und erklären können, warum gerade dieser Beruf zu dir passt. Für die gezielte Vorbereitung auf typische Einstellungstestaufgaben und das mündliche Auswahlverfahren bietet der Ausbildungspark Verlag zusätzliche Trainingsmöglichkeiten.
Wann kannst du dich bewerben?
Die Ausbildung beginnt regulär am 1. September. Auf der aktuellen Karriereseite nennt der Zoll für die Ausbildung im mittleren Dienst einen Bewerbungszeitraum bis zum 15. Oktober des Vorjahres. Da zwischen Bewerbung und Ausbildungsbeginn das komplette Auswahlverfahren liegt, musst du dich also bereits viele Monate vorher bewerben.
Gerade bei diesen Terminen solltest du immer die Ausschreibung für deinen gewünschten Einstellungsjahrgang prüfen. Bewerbungsfristen können angepasst werden, und entscheidend sind letztlich die Angaben des Zolls für den konkreten Einstellungstermin.
Was verdienst du während der Ausbildung?
Während deiner Ausbildung erhältst du keine klassische Ausbildungsvergütung wie in einem normalen betrieblichen Ausbildungsberuf. Als Anwärterin oder Anwärter bekommst du Anwärterbezüge. Die Ausbildung beim Zoll unterscheidet sich also auch finanziell von vielen klassischen Berufsausbildungen. Du befindest dich bereits während der Ausbildung in einer Beamtenlaufbahn und wirst entsprechend besoldet. Da sich die Besoldung gesetzlich ändern kann, solltest du den aktuellen Betrag für deinen Einstellungstermin direkt beim Zoll prüfen.
Wie geht es nach der Ausbildung weiter?
Am Ende der zweijährigen Ausbildung steht die Laufbahnprüfung. Mit erfolgreichem Abschluss hast du die Laufbahnbefähigung für den mittleren Zolldienst erworben. Danach sind unterschiedliche Verwendungen innerhalb der Zollverwaltung möglich. Der Zoll verfügt bundesweit über 41 Hauptzollämter und acht Zollfahndungsämter sowie die Generalzolldirektion. Dadurch gibt es zahlreiche mögliche Dienstorte und Tätigkeitsfelder.
Auch deine berufliche Entwicklung muss nach der Ausbildung nicht abgeschlossen sein. Im Laufe deiner Karriere kannst du dich fachlich spezialisieren und bei entsprechenden Voraussetzungen weitere Entwicklungsmöglichkeiten nutzen.
Ausbildung oder duales Studium beim Zoll?
Wenn du Abitur oder eine andere Hochschulzugangsberechtigung besitzt, solltest du dir auch das duale Studium im gehobenen Zolldienst ansehen. Die klassische Ausbildung führt in den mittleren Dienst, während das duale Studium für den gehobenen Dienst qualifiziert. Daneben bietet der Zoll ein duales Studium Verwaltungsinformatik an. Welche Variante besser zu dir passt, hängt nicht nur von deinem Schulabschluss ab. Überlege dir auch, ob du lieber eine kompakte zweijährige Ausbildung absolvieren möchtest oder dir ein stärker wissenschaftlich und rechtlich ausgerichtetes Studium vorstellen kannst.
Fazit
Die Ausbildung beim Zoll dauert zwei Jahre und bietet dir einen direkten Einstieg in den mittleren Zolldienst. Theorie und Praxis sind dabei eng miteinander verbunden. Du lernst zunächst die fachlichen und rechtlichen Grundlagen und setzt sie anschließend in verschiedenen praktischen Ausbildungsabschnitten ein.
Für die Bewerbung brauchst du grundsätzlich mindestens einen Realschulabschluss beziehungsweise eine entsprechende Qualifikation. Auch mit Hauptschulabschluss und abgeschlossener zweijähriger Berufsausbildung ist der Einstieg möglich. Zusätzlich musst du unter anderem die gesundheitlichen und beamtenrechtlichen Voraussetzungen erfüllen und für den mittleren Dienst ein Deutsches Sportabzeichen mindestens in Bronze nachweisen.
Wenn du eine abwechslungsreiche Tätigkeit im öffentlichen Dienst suchst und dir vorstellen kannst, sowohl mit Gesetzen und Verwaltung als auch mit Kontrollen und praktischen Aufgaben zu arbeiten, ist die Ausbildung beim Zoll eine interessante Möglichkeit. Der erste große Schritt dorthin ist allerdings das Auswahlverfahren. Je früher du dich mit den Anforderungen beschäftigst und gezielt vorbereitest, desto besser kannst du dort zeigen, dass du für den Zolldienst geeignet bist.
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