Interview beim Zoll
Zoll-ABC
Das Interview gehört zu den möglichen Bestandteilen des mündlichen Auswahlverfahrens beim Zoll. Nachdem du den schriftlichen Teil erfolgreich bestanden hast, geht es im weiteren Verfahren nicht mehr nur um Rechenaufgaben, Rechtschreibung oder Allgemeinwissen. Jetzt möchte die Auswahlkommission auch einen persönlichen Eindruck von dir gewinnen. Der Zoll nennt neben Gruppendiskussion, Rollenspiel und Kurzvortrag ausdrücklich auch ein Interview als mögliche Übung.
Für dich bedeutet das: Im Interview solltest du nachvollziehbar erklären können, warum du zum Zoll möchtest, was du über die Behörde weißt und warum du für die angestrebte Laufbahn geeignet bist. Auswendig gelernte Musterantworten helfen dabei meist weniger als eine ehrliche und gut begründete Motivation.
Inhalte:
- Welche Rolle spielt das Interview im Auswahlverfahren?
- Was solltest du über den Zoll wissen?
- Deine Motivation sollte konkret sein
- Persönliche Fragen im Interview
- Aktuelle Themen können hilfreich sein
- Auftreten und Kommunikation
- So bereitest du dich auf das Interview vor
- Häufige Fehler im Zoll-Interview
- Fazit
Welche Rolle spielt das Interview im Auswahlverfahren?
Das Interview ist Teil des mündlichen Auswahlverfahrens und kann mit anderen Übungen kombiniert werden. Der Zoll nennt als mögliche Bestandteile eine Gruppendiskussion, ein Rollenspiel, einen Kurzvortrag zur Darstellung eines Sachverhalts und ein Interview. Welche Kombination bei deinem konkreten Auswahltermin eingesetzt wird, solltest du daher nicht als vollständig festgelegt voraussetzen.
Beim dualen Studium Verwaltungsinformatik folgt das mündliche Auswahlverfahren ebenfalls erst nach erfolgreichem schriftlichem Test und nach dem Prinzip der Bestenauslese.
Das Gespräch bietet der Auswahlkommission die Möglichkeit, neben deinen Testergebnissen auch dein Auftreten, deine Motivation und deine Fähigkeit zur verständlichen Kommunikation kennenzulernen.
Was solltest du über den Zoll wissen?
Eine gute Vorbereitung auf das Interview beginnt mit deinem zukünftigen Arbeitgeber. Der Zoll übernimmt wesentlich mehr Aufgaben als die Kontrolle von Reisenden und Paketen. Er bekämpft beispielsweise den Schmuggel von Drogen, Waffen, Falschgeld, gefälschten Medikamenten und anderen illegalen oder gefährlichen Waren. Hinzu kommen zahlreiche Aufgaben rund um Abgaben, Warenverkehr und die Bekämpfung von Schwarzarbeit.
Du solltest deshalb grundlegende Fragen beantworten können wie:
- Welche Aufgaben übernimmt der Zoll?
- Warum möchtest du gerade beim Zoll arbeiten?
- Warum hast du dich für den mittleren oder gehobenen Zolldienst entschieden?
- Welche Tätigkeitsbereiche interessieren dich?
- Was erwartest du von Ausbildung oder Studium?
- Welche Anforderungen bringt eine Beamtenlaufbahn mit sich?
Der Zoll veröffentlicht keinen verbindlichen Fragenkatalog für das Interview. Solche Fragen sind daher typische Vorbereitungsthemen und keine Garantie dafür, dass sie bei deinem Termin genau so gestellt werden.
Deine Motivation sollte konkret sein
Auf die Frage „Warum möchten Sie zum Zoll?“ solltest du nicht ausschließlich mit Arbeitsplatzsicherheit oder Beamtenstatus antworten. Beides kann für deine Berufswahl eine Rolle spielen, erklärt aber noch nicht, warum gerade die Aufgaben des Zolls zu dir passen.
Überlege dir stattdessen, was dich an der Tätigkeit tatsächlich interessiert. Vielleicht findest du die Verbindung von Verwaltung und praktischen Kontrollaufgaben spannend. Vielleicht interessieren dich Rechtsvorschriften, die Bekämpfung von Schwarzarbeit oder der internationale Warenverkehr.
Eine überzeugende Antwort verbindet deine persönlichen Interessen mit realen Aufgaben des Zolls. Der Zoll bezeichnet sich beziehungsweise seine Tätigkeit als einen wichtigen Beitrag zum Schutz von Gesellschaft, Wirtschaft und Staat. Sein Aufgabenspektrum reicht deutlich über klassische Warenkontrollen hinaus.
Persönliche Fragen im Interview
Neben deinem Wissen über den Zoll solltest du dich mit deinem eigenen Lebenslauf beschäftigen. Wenn du im Gespräch erst lange überlegen musst, warum du einen bestimmten Bildungsweg gewählt oder ein Praktikum absolviert hast, wirkt das unnötig unsicher.
Bereite dich deshalb darauf vor, deinen bisherigen Werdegang verständlich zu erklären. Dazu gehören beispielsweise Schulabschluss, Ausbildung, Praktika, Nebenjobs oder andere Erfahrungen, sofern sie bei dir vorhanden sind.
Auch deine Stärken und Entwicklungsfelder können Gesprächsstoff sein. Dabei reicht eine bloße Aufzählung wie „teamfähig, zuverlässig und belastbar“ nicht aus. Überlege dir besser konkrete Situationen, an denen sich eine Eigenschaft zeigen lässt.
Aktuelle Themen können hilfreich sein
Für ein Auswahlgespräch ist es sinnvoll, aktuelle Entwicklungen rund um den Zoll und seine Aufgaben zumindest in Grundzügen zu verfolgen. Der Zoll ist eine moderne Wirtschafts- und Sicherheitsverwaltung im Geschäftsbereich des Bundesministeriums der Finanzen. Seine Arbeit umfasst zahlreiche aktuelle Themen aus Wirtschaft, Sicherheit und Finanzkriminalität.
Du musst dafür nicht jede politische Nachricht im Detail kennen. Ein Bewerber sollte jedoch erklären können, welche gesellschaftliche Bedeutung die Zollverwaltung hat und welche größeren Themen den Zoll aktuell beschäftigen.
Wichtig ist dabei, zwischen Wissen und persönlicher Meinung zu unterscheiden. Wenn du zu einem aktuellen Thema Stellung beziehen sollst, argumentiere sachlich und begründe deine Position.
Auftreten und Kommunikation
Im Interview zählt nicht nur der Inhalt deiner Antworten. Ebenso wichtig ist, wie du kommunizierst. Sprich verständlich, höre Fragen vollständig an und antworte möglichst konkret.
Du musst nicht auf jede Frage sofort eine perfekte Antwort haben. Wenn du kurz nachdenken musst, ist das besser, als vorschnell am Thema vorbeizureden. Vermeide außerdem Antworten, die offensichtlich auswendig gelernt wirken.
Achte auf einen höflichen und professionellen Umgang mit der Auswahlkommission. Gleichzeitig solltest du natürlich auftreten. Ziel ist nicht, eine künstliche Rolle zu spielen, sondern einen überzeugenden Eindruck von deiner tatsächlichen Persönlichkeit und Motivation zu vermitteln.
So bereitest du dich auf das Interview vor
Eine gute Vorbereitung besteht aus mehreren Bereichen. Informiere dich über Aufgaben, Aufbau und Karrierewege des Zolls. Beschäftige dich außerdem intensiv mit deiner eigenen Bewerbung und deiner Motivation.
Anschließend kannst du typische Gesprächssituationen laut üben. Gerade das freie Sprechen ist wichtig. Eine Antwort, die im Kopf gut klingt, kann beim tatsächlichen Aussprechen schnell zu lang oder unstrukturiert werden.
Der Ausbildungspark Verlag ist als Fachverlag auf die Vorbereitung auf Einstellungstests und Auswahlverfahren spezialisiert. Bei der Vorbereitung auf das Zoll-Auswahlverfahren lohnt es sich, neben Testaufgaben auch Interviewsituationen und andere mögliche Übungen des mündlichen Verfahrens gezielt zu trainieren.
Häufige Fehler im Zoll-Interview
Unvorteilhaft ist es, wenn du kaum etwas über den Zoll weißt oder deine Berufswahl nicht nachvollziehbar erklären kannst. Ebenso solltest du dich nicht widersprechen oder versuchen, vermeintlich perfekte Antworten zu geben, die überhaupt nicht zu deinem bisherigen Werdegang passen.
Auch sehr knappe Antworten können problematisch sein. Wenn du nur mit „Ja“, „Nein“ oder einem Satz reagierst, erfährt die Kommission wenig über dich. Andererseits solltest du Fragen nicht mit minutenlangen Monologen beantworten.
Eine gute Antwort ist klar, konkret und ausreichend begründet.
Fazit
Das Interview beim Zoll ist eine mögliche Übung im mündlichen Auswahlverfahren. Es kann zusammen mit einer Gruppendiskussion, einem Rollenspiel oder einem Kurzvortrag eingesetzt werden.
Bereite dich insbesondere auf deine Motivation, deinen bisherigen Werdegang und dein Wissen über die Aufgaben des Zolls vor. Lerne dabei keine kompletten Antworten auswendig. Wenn du erklären kannst, warum du zum Zoll möchtest, welche Tätigkeiten dich interessieren und welche persönlichen Voraussetzungen du für die Laufbahn mitbringst, schaffst du eine gute Grundlage für ein überzeugendes Gespräch.
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