Vorbereitungsdienst beim Zoll
Zoll-ABC
Wenn du eine Ausbildung oder ein duales Studium beim Zoll beginnst, startest du damit zugleich in den sogenannten Vorbereitungsdienst. Der Begriff klingt zunächst etwas bürokratisch, beschreibt aber im Grunde deine Laufbahnausbildung für den späteren Beamtendienst. Während dieser Zeit lernst du die fachlichen Grundlagen deines Berufs kennen und sammelst praktische Erfahrungen in der Zollverwaltung.
Der Vorbereitungsdienst ist damit die Phase zwischen deiner erfolgreichen Bewerbung und dem Einstieg in die reguläre Beamtenlaufbahn. Beim Zoll dauert er im mittleren Dienst grundsätzlich zwei Jahre. Im gehobenen Dienst umfasst er in der Regel drei Jahre und wird als duales Studium durchgeführt.
Inhalte:
- Was ist ein Vorbereitungsdienst?
- Vorbereitungsdienst im mittleren Zolldienst
- Vorbereitungsdienst im gehobenen Zolldienst
- Beamter auf Widerruf
- Du erhältst Anwärterbezüge
- Theorie und Praxis gehören zusammen
- Prüfungen während des Vorbereitungsdienstes
- Was passiert nach dem Vorbereitungsdienst?
- Vorbereitungsdienst und Probezeit nicht verwechseln
- Kann der Vorbereitungsdienst vorzeitig enden?
- Muss jeder Zollbeschäftigte einen Vorbereitungsdienst machen?
- Auswahlverfahren vor dem Vorbereitungsdienst
- Fazit
Was ist ein Vorbereitungsdienst?
Der Vorbereitungsdienst ist eine besondere Form der Ausbildung für angehende Beamtinnen und Beamte. Er soll dich gezielt auf die Aufgaben deiner späteren Laufbahn vorbereiten.
Im Gegensatz zu einer klassischen betrieblichen Ausbildung bist du während dieser Zeit bereits in einem Beamtenverhältnis. Du wirst als Beamtin oder Beamter auf Widerruf eingestellt und führst eine entsprechende Anwärterbezeichnung.
Du bist also noch keine Beamtin oder kein Beamter auf Lebenszeit. Gleichzeitig bist du aber auch nicht einfach nur Praktikant oder gewöhnlicher Auszubildender.
Der Vorbereitungsdienst verbindet fachliche Ausbildung, praktische Erfahrungen und Prüfungen. Am Ende sollst du die sogenannte Laufbahnbefähigung erwerben, die du für deine weitere Beamtenkarriere benötigst.
Vorbereitungsdienst im mittleren Zolldienst
Wenn du dich für die Ausbildung im mittleren Zolldienst entscheidest, dauert dein Vorbereitungsdienst zwei Jahre.
Während dieser Zeit wechseln sich fachtheoretische und praktische Ausbildungsabschnitte ab. In der Theorie lernst du beispielsweise rechtliche und zollspezifische Grundlagen kennen. In den Praxisphasen bekommst du einen Einblick in die tatsächliche Arbeit verschiedener Zollbereiche.
Dadurch sollst du nicht nur wissen, was in Vorschriften steht, sondern auch lernen, wie du dieses Wissen später im Berufsalltag anwendest.
Gerade die Verbindung von Theorie und Praxis ist wichtig. Viele Aufgaben beim Zoll erfordern ein genaues Verständnis gesetzlicher Regelungen und gleichzeitig die Fähigkeit, konkrete Situationen richtig zu beurteilen.
Vorbereitungsdienst im gehobenen Zolldienst
Auch das duale Studium im gehobenen Zolldienst ist ein Vorbereitungsdienst.
Hier dauert die Laufbahnausbildung grundsätzlich drei Jahre. Sie besteht aus Fachstudien und berufspraktischen Studienzeiten. Die theoretischen Abschnitte absolvierst du an der Hochschule, während du in den praktischen Phasen unterschiedliche Bereiche der Zollverwaltung kennenlernst.
Das Studium schließt mit einem Hochschulabschluss ab und vermittelt gleichzeitig die Laufbahnbefähigung für den gehobenen Dienst.
Im Vergleich zum mittleren Dienst beschäftigst du dich umfangreicher mit rechtlichen, wirtschaftlichen und verwaltungswissenschaftlichen Themen. Später kannst du entsprechend anspruchsvollere Sachbearbeitungsaufgaben übernehmen und dich langfristig auch für Fach- oder Führungsaufgaben weiterentwickeln.
Beamter auf Widerruf
Ein wichtiger Unterschied zu vielen gewöhnlichen Ausbildungen besteht darin, dass du während des Vorbereitungsdienstes bereits Beamtin oder Beamter auf Widerruf bist.
Dieser Status ist speziell für die Ausbildungsphase vorgesehen.
„Auf Widerruf“ bedeutet, dass dein Beamtenverhältnis noch nicht dauerhaft angelegt ist. Der Vorbereitungsdienst soll dir zunächst ermöglichen, die vorgeschriebene Ausbildung zu absolvieren und die Laufbahnprüfung abzulegen.
Mit dem erfolgreichen Abschluss endet diese Ausbildungsphase. Wenn du anschließend übernommen wirst und die weiteren Voraussetzungen erfüllst, beginnt normalerweise der nächste Abschnitt deiner Beamtenlaufbahn.
Du erhältst Anwärterbezüge
Da du bereits während des Vorbereitungsdienstes im Beamtenverhältnis stehst, erhältst du keine klassische Ausbildungsvergütung wie in einem privaten Unternehmen.
Stattdessen bekommst du sogenannte Anwärterbezüge.
Die Höhe richtet sich unter anderem nach deiner Laufbahn und den jeweils geltenden besoldungsrechtlichen Regelungen. Die Beträge können sich verändern, weshalb du für die genaue aktuelle Höhe immer die Angaben für deinen jeweiligen Einstellungsjahrgang beachten solltest.
Für viele Bewerber ist das attraktiv, weil sie bereits während Ausbildung oder Studium ein regelmäßiges Einkommen erhalten.
Theorie und Praxis gehören zusammen
Der Vorbereitungsdienst ist bewusst so aufgebaut, dass du nicht ausschließlich im Unterricht sitzt.
In den praktischen Ausbildungsabschnitten lernst du die Arbeit der Zollverwaltung unmittelbar kennen. Je nach Laufbahn und Ausbildungsstand kannst du Einblicke in verschiedene Aufgabenbereiche erhalten.
Das hilft dir auch bei deiner späteren Berufsentscheidung. Vielleicht stellst du während einer Praxisphase fest, dass dich Kontrollen besonders interessieren. Vielleicht liegen dir dagegen administrative Aufgaben, Abgabenerhebung oder andere Fachgebiete mehr.
Du musst deshalb zu Beginn des Vorbereitungsdienstes noch nicht wissen, in welchem Bereich du später dauerhaft arbeiten möchtest.
Prüfungen während des Vorbereitungsdienstes
Zum Vorbereitungsdienst gehören auch Leistungsnachweise und Prüfungen.
Du solltest deshalb nicht davon ausgehen, dass nach dem bestandenen Einstellungstest die schwierigste Phase bereits vorbei ist. Während der Ausbildung beziehungsweise des Studiums musst du kontinuierlich lernen und die vorgesehenen Leistungen erbringen.
Am Ende steht die Laufbahnprüfung beziehungsweise der erfolgreiche Studienabschluss.
Mit dem erfolgreichen Abschluss erwirbst du die Laufbahnbefähigung. Damit weist du nach, dass du die fachlichen und praktischen Anforderungen deiner Laufbahn erfüllst.
Was passiert nach dem Vorbereitungsdienst?
Der erfolgreiche Abschluss ist der Übergang von der Ausbildung in den regulären Berufsalltag.
Wenn du übernommen wirst und die beamtenrechtlichen Voraussetzungen erfüllst, kannst du anschließend in ein Beamtenverhältnis auf Probe berufen werden.
Die Probezeit ist nicht dasselbe wie der Vorbereitungsdienst. Während des Vorbereitungsdienstes wirst du noch für deine Laufbahn ausgebildet. Während der Probezeit arbeitest du bereits regulär auf deinem Dienstposten und sollst dich dort beruflich bewähren.
Nach erfolgreicher Probezeit kann später die Ernennung zur Beamtin oder zum Beamten auf Lebenszeit folgen.
Vorbereitungsdienst und Probezeit nicht verwechseln
Gerade Bewerber verwechseln diese Begriffe häufig.
Der typische Ablauf sieht vereinfacht so aus:
Auswahlverfahren, Vorbereitungsdienst als Beamter auf Widerruf, erfolgreicher Abschluss, Beamtenverhältnis auf Probe und später gegebenenfalls Beamtenverhältnis auf Lebenszeit.
Der Vorbereitungsdienst ist also deine Ausbildungsphase. Die Probezeit beginnt dagegen erst danach.
Diese Unterscheidung hilft dir, das Beamtenverhältnis beim Zoll besser zu verstehen.
Kann der Vorbereitungsdienst vorzeitig enden?
Das Beamtenverhältnis auf Widerruf ist nicht auf dieselbe Weise abgesichert wie ein Beamtenverhältnis auf Lebenszeit.
Der Vorbereitungsdienst kann beispielsweise enden, wenn die vorgeschriebene Laufbahnprüfung endgültig nicht bestanden wird. Auch eine Entlassung aus anderen beamtenrechtlichen Gründen kann grundsätzlich möglich sein.
Du solltest deinen Status deshalb nicht mit einer bereits dauerhaft gesicherten Beamtenstelle verwechseln.
Ziel des Vorbereitungsdienstes ist es aber gerade, dir die Gelegenheit zu geben, deine Ausbildung vollständig zu absolvieren und die vorgeschriebenen Prüfungen abzulegen.
Muss jeder Zollbeschäftigte einen Vorbereitungsdienst machen?
Nein. Der Vorbereitungsdienst betrifft insbesondere die klassischen Laufbahnwege in das Beamtenverhältnis.
Beim Zoll arbeiten jedoch auch Tarifbeschäftigte sowie Fachkräfte, die über einen Direkteinstieg zur Zollverwaltung kommen. Für solche Stellen können andere Voraussetzungen und Qualifizierungswege gelten.
Wenn du dich dagegen direkt nach der Schule für die Ausbildung im mittleren Dienst oder das duale Studium im gehobenen Zolldienst bewirbst, ist der Vorbereitungsdienst der typische Einstieg in deine Beamtenlaufbahn.
Auswahlverfahren vor dem Vorbereitungsdienst
Bevor du deinen Vorbereitungsdienst beginnen kannst, musst du zunächst das Auswahlverfahren erfolgreich absolvieren.
Dabei wird geprüft, ob du für die gewünschte Laufbahn geeignet bist. Neben schriftlichen Aufgaben können auch mündliche Bestandteile eine Rolle spielen.
Eine gute Vorbereitung lohnt sich deshalb. Der Ausbildungspark Verlag ist als Fachverlag auf Einstellungstests und Auswahlverfahren im öffentlichen Dienst spezialisiert. Wenn du typische Aufgabentypen frühzeitig kennenlernst und regelmäßig trainierst, kannst du deutlich sicherer in das Auswahlverfahren starten.
Fazit
Der Vorbereitungsdienst beim Zoll ist deine eigentliche Laufbahnausbildung für den späteren Beamtendienst. Im mittleren Zolldienst dauert er grundsätzlich zwei Jahre und verbindet fachtheoretische mit berufspraktischen Ausbildungsabschnitten. Im gehobenen Dienst dauert er in der Regel drei Jahre und wird als duales Studium mit Fachstudien und Praxiszeiten durchgeführt.
Während des Vorbereitungsdienstes bist du bereits Beamtin oder Beamter auf Widerruf und erhältst Anwärterbezüge. Gleichzeitig musst du die vorgeschriebenen Ausbildungsabschnitte und Prüfungen erfolgreich absolvieren.
Mit dem Abschluss erwirbst du die Laufbahnbefähigung. Bei anschließender Übernahme beginnt in der Regel der nächste Schritt deiner Karriere als Beamtin oder Beamter auf Probe. Der Vorbereitungsdienst ist damit der entscheidende Übergang von der erfolgreichen Bewerbung in deine spätere Beamtenlaufbahn beim Zoll.
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