Ausbildung für den höheren Dienst beim Zoll
Zoll-ABC
Wenn du beim Zoll in den höheren Dienst einsteigen möchtest, gibt es einen wichtigen Unterschied zum mittleren und gehobenen Zolldienst: Eine klassische Ausbildung für Schulabgänger bietet der Zoll für den höheren Dienst nicht an. Die Nachwuchsangebote des Zolls umfassen die Ausbildung im mittleren Dienst sowie duale Studiengänge für den gehobenen Dienst und die Verwaltungsinformatik. Für Tätigkeiten im höheren Dienst erfolgt der Einstieg dagegen in der Regel nach einem bereits abgeschlossenen Hochschulstudium und über eine passende Stellenausschreibung.
Der Begriff „Ausbildung höherer Dienst beim Zoll“ ist deshalb etwas missverständlich. Wer direkt nach dem Abitur zum Zoll möchte, kann zunächst das duale Studium für den gehobenen Zolldienst absolvieren. Der höhere Dienst ist dagegen vor allem für Hochschulabsolventinnen und Hochschulabsolventen sowie Fach- und Führungskräfte interessant.
Inhalte:
- Was ist der höhere Dienst beim Zoll?
- Welche Ausbildung brauchst du für den höheren Dienst?
- Der klassische Weg über Jura
- Höherer Dienst über andere Studienrichtungen
- Gibt es ein duales Studium für den höheren Zolldienst?
- Gehoben oder höher: Wo liegt der Unterschied?
- Wie läuft die Bewerbung ab?
- Auswahlverfahren für den höheren Dienst
- Kannst du vom gehobenen in den höheren Dienst aufsteigen?
- Vorbereitung auf eine Karriere beim Zoll
- Fazit
Was ist der höhere Dienst beim Zoll?
Der höhere Dienst umfasst besonders anspruchsvolle Fach-, Leitungs- und Führungsaufgaben. Beschäftigte dieser Laufbahn können beispielsweise größere Organisationseinheiten führen, komplexe rechtliche oder strategische Fragestellungen bearbeiten oder als Spezialisten in Bereichen wie Recht und Informationstechnik tätig sein.
Die Zollverwaltung weist auf ihrer Karriereseite ausdrücklich darauf hin, dass ein Direkteinstieg als Führungskraft in den höheren Dienst möglich ist. Für entsprechende Führungspositionen sucht der Zoll unter anderem Volljuristinnen und Volljuristen. Daneben gibt es weitere Tätigkeiten im höheren Dienst. Der Zoll stellt beispielsweise hauptamtlich Lehrende für den höheren Dienst ein, die an der Ausbildung der Nachwuchskräfte beteiligt sind. Auch diese Stellen werden nach Angaben des Zolls auf Grundlage konkreter Stellenausschreibungen besetzt.
Aktuelle Ausschreibungen der Generalzolldirektion zeigen außerdem, dass Stellen des höheren Dienstes beispielsweise für Volljuristen oder im IT-Bereich angeboten werden.
Welche Ausbildung brauchst du für den höheren Dienst?
Für den höheren Dienst benötigst du normalerweise keine spezielle zweijährige oder dreijährige Zollausbildung. Stattdessen steht zunächst ein Hochschulstudium im Vordergrund. Das Bundesministerium der Finanzen beschreibt für den höheren Dienst als grundlegenden Zugang einen Masterabschluss oder einen gleichwertigen Hochschulabschluss, beispielsweise ein Universitätsdiplom. Für Juristinnen und Juristen kann das zweite juristische Staatsexamen die entsprechende Qualifikation darstellen.
Welche Studienrichtung verlangt wird, hängt von der konkreten Stelle ab. Besonders häufig kommen für anspruchsvolle Fach- und Führungspositionen beispielsweise Rechtswissenschaften, Wirtschaftswissenschaften oder Informationstechnik infrage. Bei speziellen Aufgaben können auch andere Hochschulabschlüsse geeignet sein. Du solltest deshalb nicht einfach irgendeinen Masterabschluss wählen, nur weil du später zum Zoll möchtest. Entscheidend ist immer das Anforderungsprofil der jeweiligen Stellenausschreibung.
Der klassische Weg über Jura
Ein gängiger Einstiegsweg in den höheren Dienst beim Zoll führt über ein Studium der Rechtswissenschaften. Nach dem ersten Staatsexamen beziehungsweise der ersten juristischen Prüfung folgt der juristische Vorbereitungsdienst, also das Referendariat. Mit dem zweiten Staatsexamen wirst du Volljuristin beziehungsweise Volljurist.
Gerade für Führungspositionen sucht die Zollverwaltung ausdrücklich Volljuristinnen und Volljuristen. Der Grund dafür liegt nahe: Beim Zoll spielen Gesetze und Rechtsvorschriften eine zentrale Rolle. Zollrecht, Steuerrecht, Außenwirtschaftsrecht, Straf- und Ordnungswidrigkeitenrecht sowie Verwaltungsrecht können je nach Einsatzbereich eine große Bedeutung haben. Führungskräfte müssen außerdem Entscheidungen treffen, komplexe Sachverhalte beurteilen und Verantwortung für Mitarbeiter und Organisation übernehmen.
Höherer Dienst über andere Studienrichtungen
Jura ist jedoch nicht der einzige mögliche Weg. Die Generalzolldirektion beschäftigt auch Spezialistinnen und Spezialisten anderer Fachrichtungen. Das Karriereportal des Bundes weist ausdrücklich darauf hin, dass der Zoll neben Nachwuchskräften regelmäßig unter anderem IT-Fachkräfte, Beschäftigte aus der Bankenbranche und Personen mit technischen Qualifikationen sucht.
Ob eine solche Stelle dem höheren Dienst zugeordnet ist, hängt von der konkreten Ausschreibung und deren Anforderungen ab. Aktuelle Stellenangebote zeigen beispielsweise Positionen für IT-Fachkräfte im höheren Dienst der Generalzolldirektion. Damit kann auch ein Masterabschluss in Informatik oder einem vergleichbaren Fachgebiet den Weg zu einer anspruchsvollen Tätigkeit beim Zoll eröffnen.
Gibt es ein duales Studium für den höheren Zolldienst?
Ein eigenes duales Studium, das Schulabgänger unmittelbar für den höheren Zolldienst qualifiziert, wird aktuell nicht angeboten. Der Zoll nennt als klassische Nachwuchswege die Ausbildung im mittleren Dienst sowie die dualen Studiengänge für den gehobenen Zolldienst und Verwaltungsinformatik.
Wenn du direkt nach dem Abitur eine Beamtenlaufbahn beim Zoll beginnen möchtest, ist deshalb vor allem das duale Studium im gehobenen Zolldienst interessant. Der höhere Dienst ist hingegen typischerweise ein späterer Einstieg nach einem entsprechenden Hochschulabschluss.
Gehoben oder höher: Wo liegt der Unterschied?
Die Bezeichnungen werden oft verwechselt. Das duale Zollstudium, das du direkt nach dem Abitur oder mit einer anderen Hochschulzugangsberechtigung beginnen kannst, führt in den gehobenen Dienst und nicht in den höheren Dienst.
Der höhere Dienst liegt laufbahnrechtlich darüber. Das zeigt sich auch an den typischen Aufgaben. Während du im gehobenen Dienst beispielsweise anspruchsvolle Sachbearbeitungs-, Prüfungs- oder Führungsaufgaben übernehmen kannst, liegen Tätigkeiten des höheren Dienstes häufig stärker im Bereich Leitung, Steuerung, Konzeption oder hoch spezialisierter Facharbeit.
Das Bundesministerium der Finanzen nennt für Referentinnen und Referenten des höheren Dienstes beispielsweise Aufgaben wie fachliche Analysen, die Entwicklung von Konzepten, die Mitwirkung an Rechtssetzung und die Vorbereitung von Entscheidungen.
Wie läuft die Bewerbung ab?
Für den höheren Dienst gibt es normalerweise keine zentrale jährliche Bewerbung wie bei der Zollausbildung. Stattdessen bewirbst du dich auf eine konkrete Stellenausschreibung. Aktuelle Stellen des Zolls werden unter anderem über die Karriereseite des Zolls und über das Karriereportal des Bundes veröffentlicht. Dort findest du die jeweiligen Anforderungen, den Dienstort, das Tätigkeitsgebiet und die Bewerbungsfrist. Das Karriereportal führt regelmäßig zahlreiche Stellen der Generalzolldirektion auf unterschiedlichen Laufbahnebenen. Bei der Bewerbung solltest du genau prüfen, ob dein Hochschulabschluss, deine Berufserfahrung und gegebenenfalls weitere Qualifikationen zum Anforderungsprofil passen.
Auswahlverfahren für den höheren Dienst
Auch beim Direkteinstieg in den höheren Dienst musst du mit einem Auswahlverfahren rechnen. Wie dieses konkret aussieht, richtet sich nach der jeweiligen Stellenausschreibung und der ausgeschriebenen Position.
Gerade bei Führungspositionen spielen neben deiner fachlichen Qualifikation auch persönliche Kompetenzen eine große Rolle. Das Bundesministerium der Finanzen nennt für den höheren Dienst beispielsweise Kooperations- und Teamfähigkeit, Einsatzbereitschaft, Eigeninitiative, Entscheidungs- und Durchsetzungsfähigkeit sowie Kommunikationskompetenz als wichtige Anforderungen.
Du solltest dich deshalb nicht ausschließlich auf Fachfragen vorbereiten. Auch deine Motivation, dein bisheriger beruflicher Werdegang, Führungsverhalten und die Frage, warum du gerade beim Zoll arbeiten möchtest, können für das Auswahlverfahren wichtig sein.
Kannst du vom gehobenen in den höheren Dienst aufsteigen?
Wenn du bereits im gehobenen Zolldienst arbeitest, können sich im Laufe deiner Karriere weitere Entwicklungsmöglichkeiten ergeben. Allerdings solltest du einen solchen Wechsel nicht als automatischen nächsten Karriereschritt betrachten. Für den höheren Dienst gelten eigene laufbahnrechtliche und fachliche Voraussetzungen.
Wenn dein langfristiges Ziel eine Führungs- oder Spezialistenposition im höheren Dienst ist, lohnt es sich daher, frühzeitig zu prüfen, welche Qualifikationen für entsprechende Stellen verlangt werden.
Vorbereitung auf eine Karriere beim Zoll
Wenn du noch vor der Berufswahl stehst, solltest du zunächst überlegen, welcher Einstieg zu deinem aktuellen Bildungsweg passt. Direkt nach der Schule kommen vor allem die Ausbildung im mittleren Dienst oder ein duales Studium infrage. Ein unmittelbarer Einstieg in den höheren Dienst setzt dagegen in der Regel bereits einen geeigneten Hochschulabschluss voraus.
Wenn du zunächst das duale Zollstudium absolvieren möchtest, musst du vorher das Auswahlverfahren für den gehobenen Dienst erfolgreich bestehen. Der Ausbildungspark Verlag ist auf die Vorbereitung auf Einstellungstests und Auswahlverfahren im öffentlichen Dienst spezialisiert und unterstützt Bewerber dabei, sich gezielt auf schriftliche und mündliche Prüfungsbestandteile vorzubereiten.
Fazit
Eine klassische Ausbildung für den höheren Dienst beim Zoll gibt es nicht. Die regulären Nachwuchsangebote des Zolls führen über eine Ausbildung in den mittleren oder über ein duales Studium in den gehobenen Dienst.
Für den höheren Dienst erfolgt der Einstieg dagegen typischerweise als bereits qualifizierte Fach- oder Führungskraft. Ein Master oder gleichwertiger Hochschulabschluss beziehungsweise bei Juristinnen und Juristen das zweite Staatsexamen kann dafür die Grundlage bilden. Welche Qualifikation tatsächlich benötigt wird, bestimmt die jeweilige Stellenausschreibung.
Wenn du also noch zur Schule gehst und später möglichst weit beim Zoll aufsteigen möchtest, ist das duale Studium im gehobenen Zolldienst ein naheliegender Einstieg. Möchtest du dagegen unmittelbar auf eine Stelle des höheren Dienstes wechseln, führt der Weg normalerweise zunächst über ein geeignetes Hochschulstudium und anschließend über eine konkrete Bewerbung bei der Zollverwaltung.
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