Höherer Dienst beim Zoll
Zoll-ABC
Der höhere Dienst beim Zoll ist die Laufbahngruppe für besonders anspruchsvolle Fach-, Leitungs- und Führungsaufgaben. Anders als beim mittleren oder gehobenen Zolldienst gibt es für Schulabgänger derzeit jedoch keine klassische Zollausbildung und kein spezielles duales Studium, das unmittelbar in den höheren Dienst führt. Die regulären Nachwuchsangebote des Zolls umfassen die Ausbildung im mittleren Dienst sowie duale Studiengänge für den gehobenen Dienst und die Verwaltungsinformatik.
Wer in den höheren Dienst der Zollverwaltung einsteigen möchte, benötigt daher in der Regel bereits einen entsprechenden Hochschulabschluss und bewirbt sich anschließend auf passende Stellen.
Inhalte:
Welche Ausbildung brauchst du für den höheren Dienst?
Für den höheren Dienst in der Bundesverwaltung ist grundsätzlich ein Masterabschluss oder ein gleichwertiger Hochschulabschluss erforderlich. Als gleichwertige Abschlüsse kommen beispielsweise ein universitäres Diplom oder ein Staatsexamen infrage. Hinzu kommen je nach Laufbahn und Stelle ein Vorbereitungsdienst oder eine entsprechende hauptberufliche Tätigkeit.
Beim Zoll hängt die konkrete Qualifikation stark von der ausgeschriebenen Stelle ab. Besonders häufig werden für juristisch geprägte Führungs- und Fachaufgaben Volljuristinnen und Volljuristen gesucht. Die aktuellen Stellenangebote des Zolls zeigen beispielsweise Positionen als Fachgebiets- oder Sachgebietsleitung bei Hauptzollämtern sowie beim Zollkriminalamt.
Daneben können auch andere hoch qualifizierte Fachkräfte für Tätigkeiten im höheren Dienst infrage kommen, etwa in spezialisierten technischen, wissenschaftlichen oder IT-bezogenen Bereichen. Die Generalzolldirektion weist ausdrücklich darauf hin, dass der Zoll neben seinen klassischen Nachwuchswegen regelmäßig Volljuristen, IT-Fachkräfte und weitere Spezialisten sucht.
Kannst du nach dem Abitur direkt in den höheren Dienst?
Nein, das Abitur allein reicht nicht aus. Wenn du direkt nach der Schule eine Karriere beim Zoll beginnen möchtest, stehen dir vor allem zwei klassische Wege offen: die Ausbildung im mittleren Zolldienst oder das duale Studium im gehobenen Zolldienst. Hinzu kommt das duale Studium Verwaltungsinformatik.
Mit Abitur oder einer entsprechenden Hochschulzugangsberechtigung kannst du beispielsweise das dreijährige duale Studium im gehobenen Zolldienst absolvieren. Dieses führt zum Bachelor of Laws und damit zunächst in den gehobenen Dienst, nicht in den höheren Dienst.
Wenn dein langfristiges Ziel der höhere Dienst ist, kann sich später durch weitere Qualifikationen und entsprechende Bewerbungen eine Entwicklungsmöglichkeit ergeben. Ein automatischer Aufstieg vom gehobenen in den höheren Dienst allein durch Berufserfahrung besteht jedoch nicht.
Welche Aufgaben übernimmt der höhere Dienst?
Im höheren Dienst stehen häufig komplexe Fachaufgaben, konzeptionelle Tätigkeiten sowie Führungsverantwortung im Vordergrund. Das Karriereportal des Bundes beschreibt diese Laufbahngruppe ausdrücklich als geeignet für Beschäftigte, die anspruchsvolle Aufgaben bearbeiten und Führungsverantwortung übernehmen möchten.
Beim Zoll können entsprechende Aufgaben beispielsweise darin bestehen, größere Organisationseinheiten oder Fachgebiete zu leiten, schwierige rechtliche Sachverhalte zu bearbeiten, Grundsatzentscheidungen vorzubereiten oder die fachliche Arbeit anderer Beschäftigter zu steuern.
Aktuelle Ausschreibungen zeigen beispielsweise Stellen für Volljuristen als Fachgebietsleitung bei der Finanzkontrolle Schwarzarbeit, als Sachgebietsleitung oder als Führungskraft beim Zollkriminalamt.
Der Arbeitsalltag unterscheidet sich damit häufig deutlich von vielen operativen Tätigkeiten des mittleren Dienstes. Im höheren Dienst spielen Planung, Recht, Personalführung, Koordination und strategische Entscheidungen meist eine größere Rolle.
Höherer Dienst oder gehobener Dienst?
Die Begriffe werden leicht verwechselt. Der gehobene Zolldienst ist ein klassischer Einstieg für Schulabgänger mit entsprechender Hochschulzugangsberechtigung. Dafür bietet der Zoll ein eigenes dreijähriges duales Studium an.
Für den höheren Dienst wird dagegen grundsätzlich ein Masterabschluss oder ein gleichwertiger Hochschulabschluss vorausgesetzt.
Der Unterschied lässt sich deshalb vereinfacht so zusammenfassen: Mit einem Bachelor beziehungsweise dem dualen Zollstudium qualifizierst du dich für den gehobenen Dienst. Für den höheren Dienst brauchst du grundsätzlich eine weitergehende wissenschaftliche Hochschulqualifikation.
Wie bewirbst du dich?
Für den höheren Dienst gibt es nicht den einen jährlich wiederkehrenden Bewerbungsweg wie bei der Ausbildung oder beim dualen Studium des Zolls. Stattdessen werden konkrete Stellen ausgeschrieben, auf die du dich mit der jeweils geforderten Qualifikation bewirbst.
Auf der Karriereplattform des Zolls lassen sich Stellenangebote ausdrücklich nach der Laufbahngruppe „höherer Dienst“ filtern. Aktuell finden sich dort beispielsweise Ausschreibungen für Volljuristinnen und Volljuristen in Leitungsfunktionen.
Welche Studienrichtung, Berufserfahrung und weiteren Voraussetzungen verlangt werden, ergibt sich daher immer aus der jeweiligen Ausschreibung.
Fazit
Der höhere Dienst beim Zoll ist kein typischer Einstiegsweg direkt nach der Schule. Eine eigene Zollausbildung oder ein duales Studium speziell für den höheren Dienst wird derzeit nicht als regulärer Nachwuchskarriereweg angeboten. Schulabgänger starten normalerweise über den mittleren oder gehobenen Zolldienst.
Für einen Direkteinstieg in den höheren Dienst brauchst du grundsätzlich einen Masterabschluss oder eine gleichwertige Hochschulqualifikation sowie die weiteren Voraussetzungen der jeweiligen Laufbahn und Stelle.
Besonders häufig sucht der Zoll dafür Volljuristinnen und Volljuristen, aber auch andere hoch qualifizierte Fachkräfte kommen je nach Aufgabenbereich infrage. Im höheren Dienst erwarten dich vor allem komplexe Fachaufgaben sowie häufig Leitungs- und Führungsverantwortung.
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