Mittlerer Zolldienst
Zoll-ABC
Der mittlere Zolldienst ist einer der klassischen Einstiegswege für eine Karriere beim Zoll. Wenn du nach der Schule möglichst praxisnah in den Beruf starten möchtest, kannst du eine zweijährige Ausbildung absolvieren. Theorie und Praxis wechseln sich während dieser Zeit ab. Am Ende steht die Laufbahnprüfung.
Nach erfolgreichem Abschluss kannst du in sehr unterschiedlichen Bereichen der Zollverwaltung eingesetzt werden. Dazu gehören beispielsweise Warenabfertigung, Kontrollen, Vollstreckung, Verwaltung oder andere operative Aufgaben. Der Zoll ist bundesweit vertreten und bietet dadurch zahlreiche spätere Einsatz- und Entwicklungsmöglichkeiten.
Inhalte:
Welche Voraussetzungen brauchst du?
Für die Ausbildung im mittleren Zolldienst benötigst du grundsätzlich mindestens einen Realschulabschluss oder einen gleichwertigen Bildungsstand. Eine Bewerbung ist auch mit Hauptschulabschluss möglich, wenn du zusätzlich eine anerkannte Berufsausbildung mit der erforderlichen Dauer abgeschlossen hast.
Daneben musst du weitere persönliche und beamtenrechtliche Voraussetzungen erfüllen. Dazu gehören unter anderem gesundheitliche Eignung und die grundsätzliche Bereitschaft, entsprechend deiner späteren Verwendung beispielsweise Dienstkleidung zu tragen, im Schichtdienst zu arbeiten oder eine Waffe zu führen.
Für den mittleren Zolldienst verlangt der Zoll außerdem das Deutsche Sportabzeichen mindestens in Bronze. Es muss grundsätzlich spätestens bis zum 15. Juni des Einstellungsjahres vorgelegt werden und darf zu diesem Zeitpunkt nicht älter als zwölf Monate sein. Für schwerbehinderte Bewerberinnen und Bewerber wird auf diesen Nachweis verzichtet.
Wie lange dauert die Ausbildung?
Die Ausbildung dauert zwei Jahre und gliedert sich in Unterrichtsabschnitte und praktische Ausbildungsphasen.
Während der theoretischen Abschnitte lernst du die rechtlichen und fachlichen Grundlagen für deine spätere Tätigkeit. Zu den Ausbildungsinhalten gehören beispielsweise allgemeines Steuerrecht, Vollstreckungsrecht, Strafrecht sowie weitere zoll- und verwaltungsbezogene Rechtsgebiete.
Die praktischen Phasen absolvierst du in Dienststellen der Zollverwaltung. Dort lernst du, wie die Vorschriften aus dem Unterricht tatsächlich angewendet werden. So bekommst du bereits während der Ausbildung einen Einblick in unterschiedliche Tätigkeitsfelder des Zolls.
Theorie und Praxis
Der mittlere Zolldienst ist besonders praxisorientiert. Du sitzt also nicht zwei Jahre lang ausschließlich im Unterricht.
In den theoretischen Ausbildungsabschnitten beschäftigst du dich intensiv mit Gesetzen und Verwaltungsvorschriften. Das ist notwendig, weil Zollbedienstete später hoheitliche Entscheidungen treffen, Kontrollen durchführen und rechtliche Sachverhalte bearbeiten.
Während der Praxisphasen kannst du dagegen erleben, wie diese Regeln im Berufsalltag angewendet werden. Je nach Ausbildungsstation lernst du beispielsweise Aufgaben der Zollabfertigung, Kontrolltätigkeiten oder andere Bereiche einer Zollbehörde kennen.
Der Zoll verfügt dafür über eigene Bildungsstandorte, unter anderem Ausbildungsstätten in Münster, Leipzig, Rostock, Plessow, Erfurt und Sigmaringen.
Zwischenprüfung und Laufbahnprüfung
Während deiner Ausbildung musst du verschiedene Leistungsnachweise erbringen. Nach dem ersten Ausbildungsabschnitt erwartet dich eine Zwischenprüfung.
Am Ende der zweijährigen Ausbildung folgt die Laufbahnprüfung. Erst mit dem erfolgreichen Abschluss der vorgeschriebenen Ausbildung und Prüfung besitzt du die entsprechende Laufbahnbefähigung für den mittleren Zolldienst.
Du solltest deshalb bereits während der Ausbildung kontinuierlich lernen. Gerade die zahlreichen rechtlichen Inhalte lassen sich meist leichter bewältigen, wenn du sie regelmäßig wiederholst und nicht erst unmittelbar vor einer Prüfung damit beginnst.
Welche Aufgaben erwarten dich später?
Der mittlere Zolldienst bietet sehr unterschiedliche Tätigkeiten. Zoll bedeutet deshalb längst nicht nur, am Flughafen Koffer zu kontrollieren.
Die Generalzolldirektion beschreibt den Zoll als vielseitige Verwaltung mit bundesweiten Einsatzmöglichkeiten. Beschäftigte übernehmen Aufgaben rund um staatliche Einnahmen, Wirtschaftsschutz, soziale Sicherung und die Bekämpfung grenzüberschreitender Kriminalität.
Je nach späterem Dienstposten kannst du beispielsweise im Innen- oder Außendienst arbeiten. Auch Kontroll- und Vollzugsaufgaben können dazugehören.
Welche konkrete Verwendung du nach deiner Ausbildung erhältst, hängt von verfügbaren Dienstposten und dem Personalbedarf ab. Ein bestimmter Wunschbereich kann deshalb nicht automatisch garantiert werden.
Waffentragende Bereiche
Wenn du später in einem waffenführenden Bereich tätig sein möchtest, gelten zusätzliche Anforderungen. Während der Ausbildung kann hierfür unter anderem ein weiterer Sporttest relevant werden. Das Deutsche Sportabzeichen, das du für den Einstieg in den mittleren Dienst benötigst, ist davon zu unterscheiden.
In solchen operativen Bereichen kommen außerdem besondere Aus- und Fortbildungen zu Eigensicherung, Einsatztraining und Bewaffnung hinzu.
Du musst jedoch nicht davon ausgehen, dass jeder Beschäftigte des mittleren Zolldienstes täglich eine Dienstwaffe trägt. Das hängt von deiner konkreten Verwendung ab.
Das Auswahlverfahren
Bevor du mit der Ausbildung beginnen kannst, musst du das Auswahlverfahren des Zolls erfolgreich bestehen.
Der schriftliche Teil für den mittleren Dienst kann aktuell bis zu 3,5 Stunden dauern. Wenn du ihn erfolgreich absolvierst, schließt sich in der Regel ein mündliches Auswahlverfahren an.
Im schriftlichen Test werden unter anderem mathematische und sprachliche Fähigkeiten sowie Allgemeinwissen geprüft. Für diesen Test ist ein Taschenrechner zugelassen.
Im mündlichen Auswahlverfahren möchte der Zoll zusätzlich einen persönlichen Eindruck von dir gewinnen. Je nach Verfahren können unterschiedliche Übungen eingesetzt werden.
Deshalb solltest du dich nicht nur auf einzelne Testaufgaben vorbereiten. Auch dein Wissen über den Zoll, deine Motivation und dein Auftreten spielen im Auswahlverfahren eine wichtige Rolle.
Der Ausbildungspark Verlag ist als Fachverlag auf die Vorbereitung auf Einstellungstests und Auswahlverfahren im öffentlichen Dienst spezialisiert. Mit passenden Übungsaufgaben und Testsimulationen kannst du die schriftlichen Testbereiche trainieren und dich zugleich mit typischen Anforderungen des mündlichen Auswahlverfahrens vertraut machen.
Mittlerer oder gehobener Zolldienst?
Der wichtigste Unterschied liegt im Ausbildungsweg. Im mittleren Zolldienst absolvierst du eine zweijährige Ausbildung. Für den gehobenen Zolldienst bietet der Zoll dagegen ein dreijähriges duales Studium an. Auch das Karriereportal des Bundes führt Ausbildung im mittleren und duale Studiengänge im gehobenen Dienst als zentrale Nachwuchswege des Zolls auf.
Wenn du möglichst schnell praktisch in den Beruf einsteigen möchtest, kann der mittlere Dienst besonders gut zu dir passen. Besitzt du dagegen eine geeignete Hochschulzugangsberechtigung und möchtest stärker wissenschaftlich und juristisch arbeiten, solltest du auch das duale Studium im gehobenen Zolldienst vergleichen.
Beide Laufbahnen bieten später Möglichkeiten zur beruflichen Weiterentwicklung.
Fazit
Der mittlere Zolldienst bietet dir einen praxisorientierten Einstieg in die Zollverwaltung. Die Ausbildung dauert zwei Jahre und verbindet theoretischen Unterricht mit praktischen Ausbildungsabschnitten. Am Ende steht die Laufbahnprüfung.
Für den Einstieg benötigst du grundsätzlich einen entsprechenden Schulabschluss und musst die weiteren persönlichen und gesundheitlichen Voraussetzungen erfüllen. Zusätzlich verlangt der Zoll derzeit das Deutsche Sportabzeichen mindestens in Bronze.
Nach deinem Abschluss stehen dir innerhalb der bundesweit aufgestellten Zollverwaltung unterschiedliche Einsatzmöglichkeiten offen. Wenn du eine abwechslungsreiche Beamtenlaufbahn suchst, praktische Tätigkeiten interessant findest und bereits nach einer zweijährigen Ausbildung ins Berufsleben starten möchtest, kann der mittlere Zolldienst ein passender Karriereweg sein.
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