Erfahrungen: Duales Studium Verwaltungsinformatik beim Zoll
Julia* (21) macht ein duales Studium für Verwaltungsinformatik beim Zoll. Hier verrät sie, wie das Auswahlverfahren war und wie sie sich auf den Einstellungstest vorbereitet hat.
IT und öffentlicher Dienst passen für dich gut zusammen? Genau diese Kombination hat mich auf das duale Studium Verwaltungsinformatik beim Zoll gebracht. Ich interessierte mich schon länger für Computer und digitale Themen, wollte aber kein klassisches Informatikstudium machen. Gleichzeitig fand ich die Idee spannend, später an der Digitalisierung einer großen Bundesbehörde mitzuarbeiten. Inzwischen studiere ich Verwaltungsinformatik beim Zoll und kann sagen: Die Mischung aus Informatik, Verwaltung und Praxis war für mich genau die richtige Entscheidung.
Meine Bewerbung
Meine Bewerbung verlief online ganz unkompliziert. Ich bewarb mich direkt bei der Generalzolldirektion und reichte die geforderten Unterlagen ein. Dazu gehörten unter anderem mein Anschreiben, mein Lebenslauf und meine Schulzeugnisse.
In meinem Anschreiben erklärte ich vor allem, warum mich gerade die Verbindung aus IT und öffentlicher Verwaltung interessiert. Ich glaube, dass man hier nicht versuchen sollte, sich als fertigen Informatiker darzustellen. Viel wichtiger ist, dass man nachvollziehbar erklären kann, warum man sich für digitale Themen interessiert, gerne Probleme löst und sich vorstellen kann, später in einer Behörde zu arbeiten.
Schriftlicher Teil des Auswahlverfahrens
Nach meiner Bewerbung erhielt ich die Einladung zum schriftlichen Auswahlverfahren. Vorher war ich ziemlich nervös, weil ich nicht genau wusste, wie technisch der Test werden würde. Meine größte Sorge war tatsächlich, dass umfangreiche Programmierkenntnisse vorausgesetzt werden könnten.
Bei der Vorbereitung konzentrierte ich mich deshalb nicht nur auf IT-Themen. Ich wiederholte mathematische Grundlagen, übte logisches Denken und beschäftigte mich mit dem Zoll und der öffentlichen Verwaltung. Außerdem schaute ich mir aktuelle Themen rund um Digitalisierung und Informationstechnik an. Das gab mir etwas mehr Sicherheit.
Der schriftliche Einstellungstest dauerte etwa vier Stunden. Es gab Aufgaben aus den Bereichen Logik, Mathematik, Deutsch, Englisch, Allgemeinwissen und IT-Wissen.
Während des Tests merkte ich schnell, dass vor allem konzentriertes und strukturiertes Arbeiten wichtig ist. Bei manchen Aufgaben musste ich deutlich länger überlegen als erwartet. Mein Tipp wäre deshalb, sich nicht an einer einzelnen schwierigen Aufgabe festzubeißen. Lieber ruhig bleiben, sauber arbeiten und die Zeit im Blick behalten.
Mündlicher Teil des Auswahlverfahrens
Nachdem ich den schriftlichen Teil bestanden hatte, wurde ich zum nächsten Abschnitt des Auswahlverfahrens eingeladen: dem mündlichen Teil. Dort ging es deutlich stärker um mich als Person. Es gab die Aufgaben Rollenspiel, Präsentation und Interview. Das Rollenspiel und die Präsentation fanden in der Gruppe statt, das Interview allein. Während der Gruppenübungen wurde unter anderem darauf geachtet, wie man innerhalb der Gruppe agiert. Man sollte sich nicht zu sehr in den Vordergrund drängen, aber auch nicht zu zurückhaltend sein. Wichtig ist hier, authentisch zu bleiben.
Beim Interview wurde ich gefragt, weshalb ich mich ausgerechnet für ein duales Studium für Verwaltungsinformatik beim Zoll entschieden habe. Ich hatte mich vorher besonders mit den Aufgaben des Zolls und mit dem Berufsbild der Verwaltungsinformatiker beschäftigt. Das hat mir sehr geholfen, weil ich dadurch konkreter erklären konnte, was ich mir unter meiner späteren Arbeit vorstelle. Verwaltungsinformatiker sitzen schließlich nicht einfach nur vor einem Computer und programmieren den ganzen Tag. Sie können zum Beispiel an digitalen Fachverfahren mitarbeiten, Anforderungen aus den Fachbereichen aufnehmen oder dabei helfen, technische Lösungen in die Verwaltungsarbeit zu integrieren.
Bei den Gesprächen hatte ich insgesamt das Gefühl, dass niemand von mir erwartete, schon alles zu wissen. Wichtiger war, dass ich mich verständlich ausdrücken konnte, über meine Antworten nachdachte und echtes Interesse am Studiengang zeigte. Gerade bei Fragen, auf die ich nicht sofort eine perfekte Antwort wusste, versuchte ich ruhig zu bleiben und meinen Gedankengang zu erklären.
Die Zusage
Nach dem Auswahlverfahren begann wieder das Warten. Ich fand diese Phase fast anstrengender als die Tests selbst, weil ich meine Leistung überhaupt nicht einschätzen konnte. Als schließlich die positive Nachricht kam, war die Erleichterung entsprechend groß.
Mein Tipp für zukünftige Bewerber
Wenn du dich für Verwaltungsinformatik beim Zoll interessierst, solltest du dich von dem Wort „Informatik“ nicht abschrecken lassen. Natürlich solltest du Interesse an IT, Mathematik und logischem Denken mitbringen, aber du musst vor deiner Bewerbung nicht schon mehrere Programmiersprachen beherrschen. Viel wichtiger ist aus meiner Sicht die Bereitschaft, Neues zu lernen und sich auch mit Themen außerhalb der Informatik zu beschäftigen.
Für das Auswahlverfahren würde ich mich frühzeitig mit dem Zoll, dem Studienaufbau und den späteren Aufgaben beschäftigen. Überlege dir außerdem genau, warum du gerade Verwaltungsinformatik studieren möchtest.
*Name von der Redaktion geändert
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